(Emerging Markets) ETFL34 auf ETF127 umschichten?

Flowww
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Hallo Community,

Ich traue mich auch einfach mal mit meinem ersten Beitrag bzw. meiner esten Frage... ;-)

seit drei Jahren bespare ich einen ETF-Sparplan. Unter anderem zu 25% den ETFL34 (DEKA MSCI EMERGING MARKETS UCITS). Ich habe bisher immer vor den (ehemaligen) "steuerhässlichen" ETF einen Bogen gemacht, wollte aber mein Teil-Asset in EM gerne auf einen ausschüttenden ETF umstellen. Bisher habe ich aber keinen "steuereinfachen" ausschüttenden ETF zu EM finden können. Da sich ja die Situation mit den ausländischen ETF ab diesem Jahr sehr entspannt hat, habe ich nun doch umgestellt auf den ETF127 (COMSTAGE MSCI EMERGING MARKETS UCITS) und frage mich jetzt, ob ich die bestehenden Anteile vom ETFL34 verkaufen oder einfach liegen lassen sollte. Der alte ETFL34 ist ein Tesaurierer mit TER von 0,65%. Der Neue ETF127 ein ausschüttender mit TER von 0,25%.
Meine Logik sagt mir, das der Neue günstiger ist, und auch direkt höher ausschütten würde, wenn ich die "Altbestände" verkaufe und umschichte.
Mache ich hier einen groben Denk- oder Anfängerfehler?

Was würdet Ihr mir speziell zu diesen beide ETF raten?

Für Eure Hilfe bereits besten Dank im Voraus!

Viele Grüße!

Flowww

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Bitte vergiss nicht, dass die TER nicht wirklich aussagekräftig ist. 

Die Trackingdifferenz (TD) spielt hier eine wesentlich größere Rolle. 

Die TD gibt die gibt die prozentuale Wertentwicklung des Performance-Index abzgl. der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Index an. 

In der TD sind somit die TER, Erträge durch Wertpapierleihe, Kosten durch Umschichtungen, Kosten durch Swap-Kontrakte, ggf. Erstattungen von Quellensteuer etc. inkludiert.


Ob eine Umschichtung Sinn macht, hängt auch von der größe der entsprechenden Position ab, da bei kleinen Beträgen die Kosten schnell unverhältnismäßig hoch ausfallen können. 

 

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@Flowww  schrieb:


Meine Logik sagt mir, das der Neue günstiger ist, und auch direkt höher ausschütten würde, wenn ich die "Altbestände" verkaufe und umschichte.


Altbestände solltest du nur verkaufen, wenn sie entweder uralt sind (vor 2009 gekauft) oder momentan im Verlust liegen. Ansonsten zahlst du die üblichen Steuern auf den Gewinn und dieses Geld steht dir nicht für eine Wiederanalage zur Verfügung.

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Hallo @Flowww,

 

zunächst einmal herzlich willkommen in der Community.

 

Edit: Ich habe die Zahlen gerade verwechselt und statt des DEAK den UBS eingesetzt, rot ist korrigiert.

 

Der ComStage ETF127 war in der Vergangenheit ganz klar der bessere der beiden ETFs. Er hatte in den vergangenen Jahren mit 0,43% die geringste Trackingdifferenz aller ETFs auf den MSCI Emerging Markets (das bedeutet er ist um jährlich 0,43% schlechter gelaufen als der Index). Der DEKA ETFL34 hatte in den vergangenen Jahren immerhin eine Trackingdifferenz von 0,66% 1,2%. Ob sich dieser Unterschied in der Zukunft fortsetzt, kann dir niemand garantieren (es ist aber sehr wahrscheinlich, wenn man sich die TER anschaut: 0,25% zu 0,65). Ob sich ein Verkauf des DEAK lohnt, um in den ComStage erneut einzusteigen, hängt hauptsachlich von deiner geplanten Noch-Haltedauer und von der Größe deiner gehaltenen Anteile ab. Nehmen wir mal an, der Unterschied in der Trackingdifferenz würde auf ewig so bleiben wie er ist (also 0,43% zu 0,66% 1,2%) und der MSCI Emerging Markets hätte eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6% (ich bin da mal bescheiden!). Wenn du dann nach 5 Jahren verkaufen würdest, hättest du mit dem ComStage eine um 1,08% 3,59% höhere Rendite, nach 10 Jahren um 2,16% 7,06%, nach 20 Jahren um 4,27% 12,62% und nach 40 Jahren um 8,35% 25,38%. Mit diesen Zahlen kannst du vielleicht selber einschätzen, ob sich die Verkaufs- und Kaufgebühren rentieren würden (aber wie gesagt, die heutige Trackingdifferenz ist ein Blick in den Rückspiegel; das muss nicht immer so bleiben).

 

Noch ein Hinweis: Die Aussage von @dg2210 oben ist nur richtig, wenn du deinen Sparerfreibetrag für 2018 bereits verbraucht hast oder ihn in 2018 noch anderweitig verbrauchen wirst. Anderenfalls ist ein Verkauf sogar anzuraten, weil du so Teile deines Sparerfreibetrags sinnvoll verbrauchen kannst ohne dass diese wertlos verfallen. Falls du deinen Sparerfreibetrag schon verbraucht hast oder noch verbrauchen wirst, bitte beachten, dass du Gewinne vor dem 01.01.2018 zu 100% versteuern musst und eventuelle Verluste nach dem 01.01.2018 nur zu 70% wieder gegenrechnen kannst.

 

Gruß paba

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Und für den Fall von Altbeständen (von vor 2009) möchte ich @dg2210 widersprechen: Man sollte gerade die behalten (rein unter steuerlichen Aspekten – es kann natürlich Gründe geben, sie trotzdem zu verkaufen). Bei einem Verkauf jetzt vergibt man sich die Steuerfreiheit für künftig noch anfallende Gewinne, bis zu 100000 Euro insgesamt.

 

Also vereinfachtes Beispiel: Fondsanteile 2008 für 5000 Euro gekauft, heute 10000 Euro wert. Fall A: Heute steuerfrei verkaufen, Erlös in neue Fondsanteile anlegen, die bis 2025 auf 20000 Euro ansteigen; es fallen beim Verkauf 2025 Steuern von 2500 Euro an. Fall B: Behalten und erst 2025 für dann 20000 Euro verkaufen; es fallen keine Steuern an.

Flowww
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Wow! Vielen Dank für Eure detaillierten Antworten! Besonders an @paba!

Mein Sparerfreibetrag ist noch nicht ausgenutzt und es handelt sich auch nicht um Altbestände. Ich werde wohl umschichten, da die geplante Haltezeit etwa 20 Jahre umfassen soll.

 

Nochmals vielen Dank für die kompetente Hilfe!!!

 

Viele Grüße

Flowww

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@chi  schrieb:

Und für den Fall von Altbeständen (von vor 2009) möchte ich @dg2210 widersprechen: Man sollte gerade die behalten (rein unter steuerlichen Aspekten


Das ist einen richtige Überlegung. Meine Antwort bezog sich auf den erwähnten ETFL34 des Fragestellers; diesen gibt es erst seit 2010.