ETF Sparplan Anfängerfragen & Auswahl

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Trine
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Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr,

 

ich möchte gerne mit einem ETF Sparplan etwas Geld sparen, bin aber komplett neu auf dem Gebiet. Habe mich die letzten Tage etwas eingelesen, aber bräuchte doch noch ein wenig Unterstützung.

 

Ich möchte für den Anfang so 70-100€ pro Monat sparen (es klingt zwar alles vielversprechend, aber ein Risiko hat man wohl immer?!). Macht es bei dem Betrag schon Sinn in mehrere ETFs zu investieren? Ich möchte mich auch gar nicht wer weiß wie tief in das Thema einarbeiten bzw. den Sparplan einfach laufen lassen können, ohne nebenbei groß ein Auge drauf zu haben.

 

Meine Favoriten sind

- ishares core msci world ucits etf - usd acc (WKN A0RPWH)

- xtrackers stoxx europe 600 ucits etf - 1c eur acc (WKN DBX1A7)

- ishares core msci europe ucits etf - eur dis (WKN A0MZWQ) (ist es hier ein erhöhtes Risiko, dass es erst vier Jahre alt ist?)

 

Alternativ hatte ich noch ein Auge auf LYX0AC (DAX) und A1JJTE (MSCI Emerging Markets) geworfen.

 

Was sagt ihr dazu? Oder könnt ihr mir noch was anderes empfehlen?

Wie sieht es generell mit dem Austrittszeitpunkt aus? Ist dies auch schon nach 5-10 Jahren sinnvoll oder sollte es möglichst noch länger liegen? 

 

Auf was muss ich sonst noch achten, zB laufende Kosten?

Eine Frage auch noch zum Depot. Das Depot sei nach drei Jahren weiterhin kostenfrei „mit regelmäßiger Wertpapiersparplan-Ausführung (mind. 1 Ausführung pro Quartal)“ - bei einem monatlichen ETF Sparplan sollte das dann zutreffen?

 

Für den Anfang sehr viele Fragen, ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen Smiley (fröhlich)

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Hallo @Trine,

 

ebenso ein frohes Neues und willkommen in der Community hier Smiley (fröhlich)

 

Da diese Fragen in ähnlicher Form andauernd wiederkommen, beantworte ich diese nur kurz im Telegramm-Stil.

 

Bei deiner geplanten Sparrate -> nur einen ETF nehmen. Da du dich schon auf einige ETFs eingeschossen hast, rate ich dringend zu dem ersten von dir geposteten -> A0RPWH. Das ist der einzige deiner Vorschläge, der global auf alle Kontinente abzielt (strengenommen tut A1JJTE das auch, aber eben weniger weit entwickelte Märkte). Alle anderen wäre eine Wette darauf, dass bspw. der deutsche oder US-amerikanische Aktienmarkt sich langfristig besser entwickelt als der weltweite.

 

Anlagezeitraum empfehlenswert mindestens zehn Jahre, besser 15. Natürlich kann es auch sein, dass die nächsten fünf Jahre sehr gut laufen, aber das weiß eben niemand.

 

Mit dem monatlichen Sparplan ist die Depotführung bei Comdirect dauerhaft kostenfrei.

 

baha

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Mitglied seit: 01.10.2017

Bei der Sparrate definitiv nur ein ETF. 

 

Ich bringe mal den Vanguard Developed World ins Spiel. 

 

WKN: A12CX1 

 

Er ist

- quartalsweise ausschüttend

- physische Nachbildung

- TER nur 0,18

 

In meinen Augen das bessere Pendant zum MSCI World. Vergleiche doch mal selbstständig und ziehe deine Schlüsse.

 

Viele Grüße 

Experte ★★
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Ergänzend zu den bereits getätigten Aussagen: Ich würde bei 70€ auch nur einen ETF wählen, breit gestreut. Damit kommen nur ein ETF auf den MSCI World oder ein ETF auf den FTSE Developed World in Frage (es gibt noch "All World"-Varianten, die aber meist recht teuer sind). Hier gibt es einen Vergleich beider Indizes. Ich habe mich u.a. für den von @JRK erwähnten Vanguard-ETF entschieden - hauptsächlich aufgrund der Kosten und der Ausschüttung.

Sollte deine Sparrate irgendwann steigen, dann wäre als Ergänzung ein EM-ETF anzudenken - dann aber idealerweise auch von Vanguard (aufgrund der Länderverteilung), wäre dann die WKN A1JX51.

 

Viele Grüße,

Jörg

 

tomdus
Autor
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Der WKN A1JX51 ist zur Zeit seit 1.1.19 in der Aktion, und somit entfallen die 1,5% Orderentgeld.

Ich spreche mich auch für die Vanguard dev. Marked/EM Kombi aus, insbesondere wegen der Ausschüttung.

Trine
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Beiträge: 27
Mitglied seit: 02.01.2019

Danke für eure Antworten!

 

Ich habe mir einmal den Vanguard angesehen, kann aber bei dem weltweiten keinen allzu großen Unterschied zum MSCI feststellen - außer der Ausschüttung. Wenn man die Erträge aber direkt weiterarbeiten lassen möchte, wäre thesaurierend doch die bessere Wahl?

In dem Zusammenhang noch eine andere Frage zu den Steuern: bei thesaurierend zahle ich die erst, wenn ich irgendwann verkaufe? Oder muss ich da auch noch auf was achten?

 

Ich habe mich übrigens auf meine genannten noch gar nicht festgelegt, bin immer noch offen für andere Vorschläge Smiley (zwinkernd)

 

Ab welcher Sparrate würde es denn Sinn machen, zwei oder noch mehr ETFs zu nehmen?

 

(Und kann man hier in der Community immer nur auf einen bestimmten Beitrag antworten? Nicht allgemein?)

 

Experte ★★
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Hallo @Trine,

 

solange der Freibetrag nicht ausgeschöpft ist, bieten sich immer ausschüttende Fonds an. Anschließend sind Thesaurierer im Vorteil. 

 

Bie thesaurierenden Fonds fällt seit diesem Jahr eine Vorabpauschale an, die die Steuerstundung bis zum Verkauf verringert. 

 

Mehrere ETFs zu besparen ist eigentlich nie wirklich nötig, ein MSCI ACWI oder FTSE All World reichen aus, auch bei vielen hunderten Euro pro Monat. Es ist glaube ich eher die Lust am selber Auswählen, die die meisten dann doch mehrere ETFs besparen lässt. Ich würde aber gerade Anfängern und "echten Passivanlegern" zu einer 1-ETF-Lösung raten, einfach weil dann auch das Rebalancing automatisch passiert. 

 

Viele Grüße

Toni 

Trine
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Danke @t.w.

Jetzt ergibt das mit dem Ausschütten für mich auch mehr Sinn Smiley (fröhlich)

Gibt es vielleicht einen Link, der mir das mit der „Vorabpauschale“ und „Steuerstundung“ erklärt? Oder ist es vielleicht schnell zu erklären? 

Experte ★★
Beiträge: 351
Mitglied seit: 09.07.2018

@Trine Am schönsten erklärt finde ich es von justETF. Einfach zu erklären ist es meiner Meinung nach nicht, ich finde es recht komplex, dafür aber einfacher für die Fondsauswahl. Früher gab es dieses "steuerschön und steuerhässlich", je nach Ertragsverwendung, Replikation und Fondsdomizil. Heute ist es deutlich leichter. Die Faustregel ist Freibetrag ausgeschöpft -> Thausaurierer, Freibetrag nicht ausgeschöpft -> Ausschütter. Mehr muss man meiner Meinung nach nicht mehr beachten, was ich wirklich als Fortschritt empfinde. Aber zum Link: https://www.justetf.com/de/news/etf/etf-und-steuern-das-neue-investmentsteuergesetz-ab-2018.html

Mentor ★
Beiträge: 1208
Mitglied seit: 26.05.2017

Eine alternative Erklärung wäre noch hier zu finden beim Finanzwesir. Leider ist es unglaublich kompliziert und für jemanden, der nicht häufiger mit Steuerthemen zu tun hat, schwere Kost.

 

Das Gute ist: man muss sich damit als simpler ETF-Sparer nicht beschäftigen, wenn man nicht will. Die von Toni beschriebene Faustregel reicht. Die Anlage KAP bei der Steuererklärung ist ebenfalls nicht von Relevanz, solange man nur ein Depot mit ETF-Sparplan und sonst keine Kapitaleinkünfte hat. Die Bank erledigt alles automatisch (führt also jegliche Steuern ab, wenn denn solche fällig werden).