Dividendenstrategie per Sparplan und ohne Startkapital - sinnvoll?

Entreri
Autor ★
Beiträge: 10
Mitglied seit: 26.09.2017

Hallo zusammen,

 

ich beschäftigte mich erst seit kurzem mit dem Thema Wertpapiere, habe bisher ein wenig rumprobiert und ein noch sehr kleines Depot im mittleren, dreistelligen Bereich aufgebaut. Ich bräuchte nun mal ein paar Ratschläge, um mal ein wenig Konsistenz in mein Anlageverhalten zu bekommen.

Ich habe mir aktuell einen Sparplan über 100€ / Monat zusammengestellt, welchen ich in den nächsten Monaten / Jahren noch steigern möchte. Folgende Positionen umfasst mein Sparplan, welcher diesen Monat anläuft (davor hatte ich mehrfach Einzelkäufe getätigt... 5x Telekom, 5x Delivery Hero etc. [was vermutlich schon eine fragwürdige Entscheidung war]):

  • LYX.MSCI WORLD U.ETF D (LYX0AG) - 25€
  • COMS.-E.STOXX SD30 UETF I (ETF051) - 25€
  • ALLIANZ SE NA O.N. (840400) - 25€
  • ISHSV-EM DIVID.U.ETF DLD (A1JNZ9) - 25€

Mein Ziel ist es, langfristig ein regelmäßiges Einkommen durch Dividenden zu erzielen. Natürlich sind die Dividenden aktuell kaum der Rede wert und ich stelle mir die Frage - was mache ich hiermit? Eine Reinvestition macht durch die Gebühren des "manuellen Kaufs" ja keinen Sinn(?).

Bei meiner aktuellen Sparrate wird es natürlich auch sehr lange dauern, bis man überhaupt mal Dividendenzahlungen erzielt, bei denen sich eine Reinvestition lohnt. Lasse ich meine Dividenden also einfach auf dem Verrechnungskonto liegen? So erziele ich ja keinen Zinseszinseffekt, klingt also auch nicht optimal.

Nun stelle ich mir die Frage, ob es einfach total sinnlos ist, eine Dividendenstrategie zu fahren, wenn man nicht erstmal ein Startkapital von meheren (Zehn-)tausend Euro hat und ob ich nicht stattdessen erstmal in therausierende Fonds investieren sollte, um diese dann in mehreren Jahren umzuschichten.

Danke schon mal für eure Meinungen Smiley (fröhlich).

1 AKZEPTIERTE LÖSUNG
13 ANTWORTEN
Necoro
Autor ★★
Beiträge: 39
Mitglied seit: 05.12.2017

Hallo @Entreri,

 

es gibt Broker, die Ausschüttungen zu (meistens) Sparplan-Konditionen wieder anlegen. Vielleicht kann man hier die comdirect auch mal von überzeugen Smiley (zwinkernd).

 

Gruß,

Necoro

Mentor
Beiträge: 861
Mitglied seit: 02.08.2016

@Entreri

 

Also grundsätzlich ist es sogar intelligenter mit Dividendentiteln an zu fangen, zumindest, bis man seinen Sparerpauschbetrag von 801 Euro jährlich vollständig ausschöpft.

 

Danach ist es für mich primär eine persönliche Präferenz, ich mag den Anreiz, durch mein Ansparen beim nächsten mal mehr raus zu bekommen, und manchmal gibt es mir ein beruhigendes Gefühl, nach einer Ausschüttung, kann ich ja schon keinen total Verlust mehr erleiden.

 

Noch ein Wort zur Telekom, hier sehe ich die Gebühren Problematisch, da es sich um Namensaktien handelt, und somit im Sparplan nicht nur die 1,5% fällig werden, sondern auch noch 0,95 Euro umschreibeentgelt, bei der Anzahl an transaktionen scheint es mir nach einer sehr geringen Sparrate, wodurch du bei dem Papier erheblich im Minus startest. Aber ist auch nur meine Ansicht, letzlich muss dir dein Anlagestil zusagen Smiley (zwinkernd)

Experte ★★★
Beiträge: 590
Mitglied seit: 26.05.2017

Ich finde die extreme Zersplitterung auf vier einzelne Sparpläne zu 25€ zu viel des Guten. In einem Jahr sind das pro Position gerade mal 300 Euro. Wenn da irgendwann in den ersten Jahren etwas verkauft werden soll, fallen pro Position wieder 10€+ nur an Provision an. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dabei am Ende weniger als 0 als Ergebnis herauskommt.

 

Bei 100 € im Monat würde ich einfach mal anfangen. Mit einem ETF.

 

Zur weiteren Lektüre noch ein schöner Artikel dazu: https://www.finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-diversifikation

 

LG

baha

Highlighted
Mentor ★
Beiträge: 1262
Mitglied seit: 22.03.2017

schrieb:

Hallo zusammen,

 

ich beschäftigte mich erst seit kurzem mit dem Thema Wertpapiere, habe bisher ein wenig rumprobiert und ein noch sehr kleines Depot im mittleren, dreistelligen Bereich aufgebaut. Ich bräuchte nun mal ein paar Ratschläge, um mal ein wenig Konsistenz in mein Anlageverhalten zu bekommen.

Ich habe mir aktuell einen Sparplan über 100€ / Monat zusammengestellt, welchen ich in den nächsten Monaten / Jahren noch steigern möchte. Folgende Positionen umfasst mein Sparplan, welcher diesen Monat anläuft (davor hatte ich mehrfach Einzelkäufe getätigt... 5x Telekom, 5x Delivery Hero etc. [was vermutlich schon eine fragwürdige Entscheidung war]):

  • LYX.MSCI WORLD U.ETF D (LYX0AG) - 25€
  • COMS.-E.STOXX SD30 UETF I (ETF051) - 25€
  • ALLIANZ SE NA O.N. (840400) - 25€
  • ISHSV-EM DIVID.U.ETF DLD (A1JNZ9) - 25€

Mein Ziel ist es, langfristig ein regelmäßiges Einkommen durch Dividenden zu erzielen. Natürlich sind die Dividenden aktuell kaum der Rede wert und ich stelle mir die Frage - was mache ich hiermit? Eine Reinvestition macht durch die Gebühren des "manuellen Kaufs" ja keinen Sinn(?).

Bei meiner aktuellen Sparrate wird es natürlich auch sehr lange dauern, bis man überhaupt mal Dividendenzahlungen erzielt, bei denen sich eine Reinvestition lohnt. Lasse ich meine Dividenden also einfach auf dem Verrechnungskonto liegen? So erziele ich ja keinen Zinseszinseffekt, klingt also auch nicht optimal.

Nun stelle ich mir die Frage, ob es einfach total sinnlos ist, eine Dividendenstrategie zu fahren, wenn man nicht erstmal ein Startkapital von meheren (Zehn-)tausend Euro hat und ob ich nicht stattdessen erstmal in therausierende Fonds investieren sollte, um diese dann in mehreren Jahren umzuschichten.

Danke schon mal für eure Meinungen Smiley (fröhlich).


Hallo @Entreri,

 

ich möchte Dir entgegnen, dass Deine Strategie überhaupt nicht sinnlos ist. Durch das Anlegen in mehreren Sparverträgen bekommst Du bei jedem Quartalsabschluß bzw. auch dem Finanzstatus zum Jahreswechsel ein noch besseres Gefühl dafür welche Anlagen gut laufen und welche nicht. Smiley (fröhlich)

 

Ich würde mir pro Wert noch eine Datei einer Tabellenkalkulation anlegen, um die einzelnen Einzahlungen und Dividendenzahlungen zu verbuchen. Roboter (fröhlich)

 

Das kann sogar Spaß machen, weil Du dann nach einem Jahr oder so entscheiden kannst was Du mit welchem Gewicht fortführen möchtest.

 

 

Als ich Wertpapier-Einsteiger gewesen bin- wäre ich froh über so eine Möglichkeit gewesen. Smiley (fröhlich)

 

Auch das Ausschütten kleiner Dividenden regt Dich dazu an, den aktuellen Depotbestand mit den Dividenden zu vergleichen. Gerade bei Allianz bekommst Du dann das Gefühl für die beiden Säulen des Wertzuwachses (Kurswert und Dividende).

 

Ich würde die Sparbeträge deshalb genau so lassen wie Du magst - wenn Du ein Fan von Fonds bist.

 

Und bei der Allianz als Ansparvehikel brauchst Du Dir gar nichts denken: Dieser Wert der Angst- Versicherungsbranche gehört meiner Meinung nach zu einer der besten Aktien, die Du kaufen kannst.

 

Lasse mal ein 5-Jahres-Chart Allianz gegen den DAX (WKN: 846900) laufen.

 

Du wirst staunen.

 

Liebe Grüße und bitte DRANBLEIBEN!

 

Glücksdrache

Mentor ★
Beiträge: 1109
Mitglied seit: 16.08.2016

schrieb:
ich möchte Dir entgegnen, dass Deine Strategie überhaupt nicht sinnlos ist. Durch das Anlegen in mehreren Sparverträgen bekommst Du bei jedem Quartalsabschluß bzw. auch dem Finanzstatus zum Jahreswechsel ein noch besseres Gefühl dafür welche Anlagen gut laufen und welche nicht. Smiley (fröhlich) ...Das kann sogar Spaß machen, weil Du dann nach einem Jahr oder so entscheiden kannst was Du mit welchem Gewicht fortführen möchtest.

 


Das bedeutet natürlich auch, daß der Anleger bei jedem Blick in's Depot entsetzt feststellt, daß zwei der Fonds nicht einmal die Median-Rendite erreichen. Da fängt dann das Grübeln an: wäre es nicht besser, sich von den beiden Underperformern zu trennen? Oder nur von einem?

 

Eine Einzel-Fonds-Lösung mit irgendeinem ETF auf irgendeinen All-World-Index ist -gerade für einen Anfänger- deutlich entspannter.

 

Buccaneer
Autor
Beiträge: 3
Mitglied seit: 13.02.2018
Hilfreicher Beitrag

Die Dividenden zu "reinvestieren" ist doch in Deinem Fall einfach.

Besparung Februar 25€, 7,50€ Dividende bekommen im Februar, Sparbeitrag für März auf 32,50€ anheben und anschließend wieder senken.

Eine Excel-Liste ist aber dafür unerlässlich, schließlich hast Du die Div "kostenlos" bekommen und Dein Depot würde nicht den realen %-Zuwachs widerspiegeln.

Sowas kann auch Spaß machen. :-)

Necoro
Autor ★★
Beiträge: 39
Mitglied seit: 05.12.2017

schrieb:
Eine Excel-Liste ist aber dafür unerlässlich, schließlich hast Du die Div "kostenlos" bekommen und Dein Depot würde nicht den realen %-Zuwachs widerspiegeln.

Sowas kann auch Spaß machen. :-)


Ich weiß nicht, wie bekannt es ist, aber anstatt Excel-Listen gibt es auch Portfolio Performance als hervorragende Software für sowas. Wollte ich nur mal einwerfen Smiley (fröhlich).

Buccaneer
Autor
Beiträge: 3
Mitglied seit: 13.02.2018

Ok, Danke! :-)

Werde ich mir mal anschauen

Mentor ★
Beiträge: 1109
Mitglied seit: 16.08.2016

Wenn wir schon beim Thema sind....

 

Pepsi-Aktionäre bekommen 15% Gehaltserhöhung!

 

wenn man die Dividende als Gehalt dafür ansieht, daß man sich diese Aktie bewusst ausgesucht und in das Depot gelegt hat.  Konkret steigt die Dividende von 3,22 auf 3,71 $/Jahr