Differenzen zwischen Depotübersicht und Simulation

Bepajo
Autor ★★
Beiträge: 40
Mitglied seit: 16.01.2018

Hallo verehrte Community, verehrtes @SMT-Team.

Ich hoffe auf Hilfe von Euch zu o.g. Thema.

 

Ich habe die Fragen zuerst gestellt, damit man sie noch liest, wenn man sich durchgearbeitet hat. Es sind Fakten, kein Roman.

 

  1. An wen kann ich mich wenden, damit endlich nach fast einem Jahr wieder eine vernünftige Depotübersicht vorliegt?
  2. Kann ich Comdirect meine aktuellen (richtigen) Anschaffungskosten (die der Bank ja vorliegen müssten) melden, damit dann eine Korrektur erfolgt?
  3. Was tut Comdirect damit wir bereits beim Öffnen der Depotansicht einen korrekten Überblick über den Zustand Gewinn/Verlust erhalten und vor allem wann wird das sein?
  4. Wann wird der (unter Einzelheiten) genannte "Hinweis" unter der Depotansicht entfernt oder neu und vor allem richtig formuliert.

Einzelheiten:

Es ist seit Januar 2018 nicht mehr möglich, einzelne Positionen meines kleinen Depots (hier nur ETF)  „bei einem Gewinn in der Depot-Übersicht“ einfach zu verkaufen.  

Ursache für diese Zustand sind unterschiedliche Angaben der Depot-Übersicht  und der Simulation, die hohe Verluste vor Steuern (-488€) und hohe Verluste nach Steuern (-607,23€) anzeigt. 

Die Angaben betrifft den ETF iShares MDAX WKN 593392 (2016 gekauft, kein Swap, thesaurierend) also einfacher geht es nicht mehr.

Die Depotübersicht zeigt  Brutto-Gewinn +520,85€. Nach Steuern (-25% ; -5,5%) ergibt sich Netto +383,48€.

In der Simulation steht "Verlust nach Steuern" -607,23€. Die „Gestundete Steuerbemessungsgrundlage" von +792,43€ wir addiert. Der Gewinn nach Steuern / Netto beträgt  +185,20 €

Excel Kalkulation: Brutto-Gewinn +501,11€. Nach Steuern (-25% ; -5,5%) Netto +368,94€

Den wesentlich niedrigeren Netto Gewinn (185,20€)  mit dieser Simulation, gegenüber 383,48€ der Depotansicht, kann ich nicht akzeptieren.

Hinzu kommt folgender Hinweis in der Depotansicht (ganz unten):

"Hinweis". 

Die Depotübersicht mit den enthaltenen Kaufwerten stellt lediglich eine vereinfachte Gewinn/Verlust-Rechnung dar. Steuerliche Gesichtspunkte werden bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt. Bitte nutzen Sie zur steuerlichen Betrachtung die Steuersimulation. Hinweis Ende.

Anmerkung 1: Nicht die „Kaufwerte“ verfälschen die Gewinn/Verlustrechnung sondern die fiktiven zu hohen und falschen Anschaffungskosten welche in der Simulation verwendet werden. Die Bank ist anscheinend nicht in der Lage die Anschaffungskosten korrekt zu ermitteln.

Anmerkung 2: Wie kann ich auf eine Simulation vertrauen und auch noch glauben, was nicht zu verstehen ist. Die Simulation ist aus meiner Sicht unverständlich und unvollständig:

  • sie verwendet falsche Anschaffungskosten (immer wesentlich höher als die tatsächlichen),
  • sie berechnet Steuern bei Verlusten (woher kommen Steuern bei Verlusten?),
  • die „Gestundete Steuerbemessungsgrundlage“ wird in der Simulation nicht berücksichtigt“ und auch nicht angemahnt, damit man sie eintragen soll. Es ist fraglich, ob man dieser Angabe glauben kann. Die „Gestundete Bemessungsgrundlage“ resultiert aus den hohen Anschaffungskosten, das soll korrekt sein?

Die erste Steuermitteilung (Anfang Januar) die ich erhalten habe, war ein „fiktiver Verkauf (ca.1300€)“ die zweite, eine Storno der ersten (1300€)“, die dritte und bisher letzte legte die „Gestundete Steuerbemessungsgrundlage (1) 792,43€“ fest.

Meine Excel-Simulation mit den korrekten Anschaffungskosten ergeben erst gar keine Verluste, sondern einen Gewinn der dann versteuert (mit 25% / 5,5%).

 

Die verwendeten Anschaffungskosten bei der Simulation betragen 8226,95€.

Die tatsächliche Anschaffungskosten betragen 7237,44€ enthalten sind ca. 20€ Gebühren.  Das ist eine Differenz von 989,51€.

 

Mehrere Telefonate mit der Comdirect Hotline und Finanz-Fachabteilung zu genannten Thema führten zu keinem Ergebnis, daher bitte ich um die Hilfe vom    @SMT-Team.

 

Folgende Aussagen habe ich bisher (Telefon) von der Hotline erhalten:

  • da muss ich erst nachfragen, die Angaben in der Depotansicht sind soweit ich sehe richtig,
  • die Depotansicht ist nicht korrekt, verwenden Sie die Simulation,
  • lange Erklärungen am Telefon waren nur geeignet für Finanzexperten, bin ich aber nicht, habe sie auch nicht erstanden.
  • Sie müssen die „Gestundete Steuerbemessungsgrundlage“ noch addieren oder subtrahieren.
  • Ich habe nachgesehen, die Daten sind korrekt, aber wir arbeiten noch dran?
  • wir arbeiten an einer Verbesserung, wann diese beendet ist kann ich nicht sagen.

Wo bin ich hier gelandet? Bei einer renommierten Direktbank oder einer …was wohl?

Bis Ende 2017 waren die Daten in der Depot-Übersicht, der Simulation und meiner EXCEL Kalkulation nahezu identisch.

Seit Januar 2018 nicht mehr. Das nachrechnen, nachfragen und wieder nachrechnen ist unerträglich.

Vielen Dank Bepajo

1 AKZEPTIERTE LÖSUNG
10 ANTWORTEN
Experte ★★★
Beiträge: 576
Mitglied seit: 02.12.2017
Hilfreicher Beitrag

Eine systematischere Darstellung wäre hilfreich, aber wenn ich es richtig verstehe, ist es so:

– Bis zum Jahresende 2017 hat der Fonds ca. 790 Euro Plus gemacht (die gestundete Bemessungsgrundlage).

– Seither hat er ca. 280 Euro verloren (um auf ca. 510 Euro tatsächlichen Gewinn zu kommen). Steuerlich ist das nur zu 70% anrechenbar (Teilfreistellung), also rund 200 Euro.

 

Wenn du nun verkaufst, mußt du 790 Euro minus 200 Euro versteuern, also 590 Euro. Die Steuer darauf ist ca. 155 Euro. Somit bekommst du netto 510 Euro minus 155 Euro Gewinn heraus, also 355 Euro etwa.

 

Weiß deine Excel-Tabelle Bescheid über die Teilfreistellung?

 

Daß die Darstellung in der Steuersimulation nicht optimal ist bei Fondsanteilen von vor 2018, ist bekannt (siehe Steuersimulation und InvStG-Reform).

Experte ★★★
Beiträge: 646
Mitglied seit: 16.08.2016

@Bepajo

Die Lösung ist ganz einfach. Verkaufe alle Deine Positionen und kaufe Sie wieder neu ein. Dann stimmen Daten in der Depotübersicht und in der Simulation wieder. Die Entgelte darfst Du selbst tragen.

Ich glaube nicht das die codi den ganzen Kram mit fiktivem Verkauf und Teilfreistellung in die Depotübersicht einbauen wird. Denke ich.

Den ganzen Quatsch zum 01.01.18 haben andere entschieden und in guter deutscher Manier völlig kompliziert umgesetzt.

Social-Media-Team
Social-Media-Team
Beiträge: 1612
Mitglied seit: 22.07.2016

Hallo @Bepajo,

 

vielen Dank für deine ausführliche Erläuterung. Ich kann dir zu dieser Thematik leider auch nicht mehr sagen als meine Kollegen in der Kundenbetreuung. Durch die gesetzgeberischen Vorgaben zum Steuerrecht, die seit Anfang 2018 in Kraft getreten sind, können die von dir beschriebenen Ungenauigkeiten auftreten. Dieser Mangel ist uns bekannt und wir arbeiten an einer Optimierung der Darstellung.

 

Wann das erforderliche Update zur Verfügung stehen wird, kann ich dir nicht sagen. Deshalb möchte ich dich weiterhin um Geduld bitten.

 

Gruß aus Quickborn

Erik


Der gute Ton macht die Musik. Wie im Leben, so in der Community.
Mentor ★
Beiträge: 1096
Mitglied seit: 26.05.2017

@Goliath74  schrieb:

Ich glaube nicht das die codi den ganzen Kram mit fiktivem Verkauf und Teilfreistellung in die Depotübersicht einbauen wird. Denke ich.


Ich hoffe sogar ganz stark, dass das nicht passieren wird. Das würde doch nur für schlechtere Übersicht sorgen.

 

Die Steuersimulation darf aber gern verbessert werden.  Wirklich übersichtlich wird die aber vermutlich sowieso nie werden, dazu ist das Steuerrecht zu kompliziert Smiley (zwinkernd)

Bepajo
Autor ★★
Beiträge: 40
Mitglied seit: 16.01.2018

Hallo Goliath 74

Danke für Deinen Rat, dem ich natürlich nicht folgen werde. Ich werde aber keine Ruhe geben,  auch nicht bei der Hotline, vielleicht wird das doch noch verständlich.

Gruss Bepajo

Bepajo
Autor ★★
Beiträge: 40
Mitglied seit: 16.01.2018

Hallo chi.

Möglicherweise bekommst nochmal eine AAntwort , habe vermutlich einen falschen Knopf gedrückt.

Also: Danke für Deine Darstellung, muss sie aber noch mit meinen Excel abgleichen.

Die Steuersimulation habe ich auch noch nicht verarbeitet. Werde mich u.U. nochmal melden.

Gruss Bepajo

Bepajo
Autor ★★
Beiträge: 40
Mitglied seit: 16.01.2018

Hallo baba

Es kommt bei der Simulation nicht auf den ct. an, aber verständlich sollte sie schon sein. Es fehlt einfach die Erklärung zu dieser Simulation, nicht jeder kennt sich damit aus. Die Differenzen bei meinem Fall sind schon erheblich. Wenn Du Ddeine Steuererklärung machst, bekommst Du doch auch ein "Beillagenblatt". Warum nicht auch von CODI.  Danke für Deine Unterstützung, hoffenlich arbeitet CODI wirklich daran.

Vielen Dank

Bepajo

 

Bepajo
Autor ★★
Beiträge: 40
Mitglied seit: 16.01.2018

Hallo Erik. Danke für Deine Info.

Frage: hab ich etwas falsch gemacht, oder was bedeutet Dein Anhang?

Der gute Ton macht die Musik. Wie im Leben, so in der Community.

 

Zurück zum Thema.

Mit den Aussagen der Kundenbetreuung konnte ich leider überhaupt nichts anfangen.

Die einzige Aussage war: sie können mir keinen Termin nennen, wie Du jetzt auch.

Das Hilft mir leider überhaupt nicht bei der Simulationsdarstellung.

Du hast mir leider auch keine meiner Fragen beantwortet.

Beispiel:

  1. Kann ich Comdirect meine aktuellen (richtigen) Anschaffungskosten (die der Bank ja vorliegen müssten) melden, damit dann eine Korrektur erfolgt?
  2. Wann wird der (unter Einzelheiten) genannte Hinweis unter der Depotansicht entfernt oder neu und vor allem richtig formuliert.

    Hinweis. 

    Die Depotübersicht mit den enthaltenen Kaufwerten stellt lediglich eine vereinfachte Gewinn/Verlust-Rechnung dar. Steuerliche Gesichtspunkte werden bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt. Bitte nutzen Sie zur steuerlichen Betrachtung die Steuersimulation.

    Anmerkung 1: Nicht die „Kaufwerte“ verfälschen die Gewinn/Verlustrechnung sondern die fiktiven zu hohen und falschen Anschaffungskosten welche in der Simulation verwendet werden. Die Bank ist anscheinend nicht in der Lage die Anschaffungskosten korrekt zu ermitteln.

    Anmerkung 2: Wie kann ich auf eine Simulation vertrauen und auch noch glauben, was nicht zu verstehen ist. Die Simulation ist aus meiner Sicht unverständlich und unvollständig:

    • sie verwendet falsche Anschaffungskosten (immer wesentlich höher als die tatsächlichen),
    • sie berechnet Steuern bei Verlusten (woher kommen Steuern bei Verlusten?), usw.

Ich entschuldige mich für alles, was ich falsch gemacht habe, auch dafür, dass ich so spät geantwortet habe.

Viele Grüsse und noch einen schönen Abend

Bepajo

 

Highlighted
Experte ★★★
Beiträge: 576
Mitglied seit: 02.12.2017

@Bepajo: Steuern bei Verlusten sind tatsächlich möglich, wenn die Verluste erst 2018 angefallen sind (und damit nur zu 70% anrechenbar sind – Teilfreistellung) und ihnen Gewinne aus der Zeit davor gegenüberstehen (zu 100% anrechenbar).

 

Die Signatur von @SMT_Erik ist ein allgemeiner Satz. Wenn du nachschaust, findest du so etwas unter den meisten Beiträgen des SMT. Du mußt ihn also erst einmal nicht auf dich persönlich beziehen.