Ausschüttung iShares STOXX Global Select Dividend 100 Januar 2018

Experte ★★
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Na da bin ich noch gespannt, ich habe heute die Auszahlung für A0F5UH erhalten (auf die Steuerbescheinigung warte ich noch). Als Bruttobetrag wurde in der Überweisung die oben angegebene Steuerliquidität ausgewiesen, dann wurden aber nochmal 86,4%(!) Steuern abgezogen (somit blieb am Ende fast nichts übrig), und das noch bei fast vollständig vorhandenem Freibetrag...

 

Experte ★★
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Auch ich habe heute winzige Minibeträge ausgezahlt bekommen (Valuta 15.01.2018). Es handelt sich hier wohl nur um eine außerordentliche Thesaurierung für 2017. Diese steht im Zusammenhang mit der Änderung der Fondsbesteuerung ab 2018. Alle Fonds haben ein deutsches Domizil. Diese Fonds müssen ja bereits auf Fondsebene die volle Steuerliquidität (25% + Soli + Kirchensteuer) für die Thesaurierungserträge an die Finanzverwaltung abführen. Wenn also der Freistellungsauftrag des Anlegers für 2017 bereits ausgeschöpft ist und man auch sonst voll steuerpflichtig ist, wird also überhaupt nichts mehr ausgezahlt (keine Barausschüttung!). Im besten Fall (wenn man nicht Steuerpflichtig ist oder wenn der Freistellungsauftrag für 2017 noch genügend Reserven hat), wird die volle Steuerliquidität ausgezahlt. In meinem Fall ist es lediglich der winzige Kirchensteueranteil, weil ich keiner Kirche angehöre.

 

Gruß paba

Space01
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Keine Barauschüttung laut Abrechnung in der Postbox.

Auf dem Girokonto ist dennoch etwas verbucht worden.

 

Wer soll da noch durchblicken?

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Space01 schrieb:

Keine Barauschüttung laut Abrechnung in der Postbox.

Auf dem Girokonto ist dennoch etwas verbucht worden.

 

Wer soll da noch durchblicken?


… habe ich doch oben erklärt: Wenn dein Freistellungsauftrag für 2017 nicht ausgeschöpft ist oder wenn du nicht voll steuerpflichtig bist (z.B. keine Kirchensteuerpflicht), dann bekommst du trotzdem was zurück, denn der Fonds hat für dich Steuern ans Finanzamt abgeführt, die du gar nicht schuldest. Möglicherweise spielen hier auch noch ausländische Quellensteuern mit rein, die du auch erstattet bekommst. Genau rechnen kann ich’s grade auch nicht. Abwarten bis die Steuerberechnung da ist, dann klärt sich alles.

 

Alles wird gut

paba

PraH
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Da diese Berechnungen ja rückwirkend für das Geschäftsjahr 2017 sind: dann müsste es aber auch noch eine reguläre Ausschüttung im Januar geben, wie sonst die Jahre auch? Oder verstehe ich da was falsch?

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PraH schrieb:

Da diese Berechnungen ja rückwirkend für das Geschäftsjahr 2017 sind: dann müsste es aber auch noch eine reguläre Ausschüttung im Januar geben, wie sonst die Jahre auch? Oder verstehe ich da was falsch?


… richtig, bei den Dividenden ETFs, die regulär am 15.01.2018 ausschütten, sollte es im Januar auch noch die Ausschüttung geben (die müsste dann aber schon mit 30% Teilfreistellung erfolgen). Bisher habe ich dafür aber noch keine Ankündigung gesehen und das ist eher ungewöhnlich. Ich glaube hier ist noch viel Sand im Getriebe wegen Steuerumstellung und wohl auch wegen MiFID II, einfach abwarten.

 

Gruß paba

DiviStratege
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Habe mal direkt bei iShares gefragt, hier die Antwort für diesen Dividenden-ETF:

Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Produkten.
Bei dem von Ihnen genannten ETF handelt es sich um in Deutschland aufgelegtem Investmentfonds.

Mit der Einführung der Investmentsteuerreform erfolgte zum 31.12.2017 eine Teilthesaurierung mit gleichzeitiger Besteuerung sämtlicher unversteuerter Erträge innerhalb der Fonds.
Die erhobene Steuerliquidität betrug

iShares STOXX Global Select Dividend 100
0,1568230 USD

und wurde abgeführt.


Dies war ein einmaliger Sondereffekt. Der Fonds behält seine Ertragsverwendung „ausschüttend“ zukünftig bei. Die Bezeichnung auf unserer Website hierfür ist falsch und wir arbeiten mit Hochdruck an einer Korrektur.

Die erste Ausschüttung in diesem Jahr ist voraussichtlich im April.
Falls Sie noch weitere Informationen benötigen, können Sie sich gerne jederzeit an unsere Hotline +49 (0)89 42729 – 5858 oder per Mail an info@ishares.de <mailto:info@ishares.de>   wenden.

vogeb
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Kommen dann zukünftig nur noch solch mickrige ausschüttungen raus?
DiviStratege
Autor ★★
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Nein, mit der Reform wurden ausländische Fonds nur den inländischen steuerlich gleichgestellt, siehe die vielen Beiträge oben.

Sollte eigentlich normal weitergehen, zumal sich an der Belastung des in Deutschland beheimateteten Global Div. 100 fundamental nichts ändern sollte, dank Teilfreistellung innerhalb des Fonds.

Ausschüttende ETFs werden nun sogar interessanter da die Steuerstundung der Thesaurierer wegfällt.

Experte ★★
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DiviStratege schrieb:

Ausschüttende ETFs werden nun sogar interessanter da die Steuerstundung der Thesaurierer wegfällt.


… das ist so nicht richtig: Thesaurierende Fonds profitieren auch nach der Änderung der Fondsbesteuerung ab 2018 noch immer von einem erheblichen Steuerstundungseffekt, denn die Steuer auf die Vorabpauschale, die man künftig bei allen thesaurierenden Fonds bezahlen muss (egal ob physisch oder synthetisch und egal ob inländisch oder ausländisch), ist bei weitem niedriger als die Steuer auf reale Ausschüttungen.

 

Es ist auch nicht richtig, dass thesaurierende Fonds vor 2018 immer von einem Steuerstundungseffekt profitieren konnten. Das galt nur für synthetisch replizierende Fonds. Bei physisch replizierenden Fonds war vor 2018 die Thesaurierung in voller Höhe zu versteuern (das war die gleiche Steuerbelastung wie bei ausschüttenden Fonds).

 

Man könnte also sogar sagen, dass thesaurierende Fonds heute im Allgemeinen besser gestellt sind, als vor der Steueränderung und das obwohl sie ab 2018 immer die Vorabpauschale versteuern müssen. Die Steuer auf die Vorabpauschale ist aber sehr niedrig. Sie liegt zwischen minimal 0,00€ (wenn der Fonds keine Gewinne gemacht hat) und maximal 1,42€ je 1000€ Anlagevermögen (siehe Berechnung hier). Ausschüttungen werden aber auch zukünftig immer unter Berücksichtigung einer möglichen Teilfreistellung mit 26,373% (+ Kirchensteuer) versteuert, auch dann, wenn der Fonds im betreffenden Jahr Verluste gemacht hat!

 

Man muss einem langfristig orientierten Anleger daher raten, zuerst solange in ausschüttende Investments zu investieren, bis der Sparerfreibetrag verbraucht ist. Danach ist die Anlage in thesaurierenden Investments aber wesentlich rentabler. Zwar muss man beim Verkauf eines thesaurierenden Fonds die unterjährig eingesparte Steuer in Form von Kursgewinn letztlich doch bezahlen, allerdings hat die unterjährig eingesparte Steuer bis dahin zu einer erheblich besseren Kursperformance beigetragen.

 

Gruß paba