Kontokündigung

Geheimrat
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die Bank ist gesetzlich verpflichtig zu prüfen, ob da ein Verstoß gegen das Geldwäschegesetz vorliegt.

Und wenn der Kunde diesen Verdacht nicht ausräumen kann, bleibt der Bank nur übrig das Konto zu kündigen.



Ein Zwang zur Kündigung des Kontos leuchtet mir nicht ein, nur ein Zwang zur Abgabe einer Verdachtsmeldung.

Falls hinter dem Geldeingang eine Straftat steht, dann ist diese schon geschehen und die Bank ohnehin schon ohne eigenes Verschulden mit im Spiel. Und hat ggf. Aufwände mit Behörden bevorstehen, wie der gekündigte Kunde auch. Dagegen hilft eine nachträgliche Kündigung nicht mehr. Und eine bloße Kündigung anstelle einer Verdachtsmeldung wäre zu wenig.

Durch eine umgehende Kündigung kann die Bank höchstens weitere verdächtige Geldeingänge verhindern und vielleicht noch weiteren Aufwand verhindern, indem ihr keiner vorwerfen kann, sie hätte wissentlich einen evtl. kriminell Handelnden gewähren lassen.

 


Jetzt sind wir endlich am Knackpunkt der Diskussion: Verdienstnachweise, welche die Einzahlung in voller Höhe abdecken,
wurden der Comdirect vorgelegt, danach folgte die Kündigung innerhalb von Stunden.


Bei einem so kurzen Zeitraum liegt die Vermutung nahe, daß die eingereichten Nachweise alleine deswegen schon nicht mehr berücksichtigt wurden, weil die Kündigung da schon "unterwegs" war.

 

Und selbst wenn nicht, bleibt das früher beschriebene Problem:

 

ein Einzahler kann (wie in diesem Fall) höchstens nachweisen, daß sein Geld aus legaler Quelle stammen könnte. Daß es sicher so ist, ist doch nie nachweisbar.

Von der Methode mit den Geldschein-Seriennummern abgesehen, die auch mal erwähnt wurde.

 

p.s. an alle: eine Bank muß auch nicht ihren Kunden ein Forum zur Verfügung stellen, wo die sich kritisch äußern dürfen. Daß unsere Bank es trotzdem tut, bringt ihr bei mir wieder ein paar Pluspunkte.

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@Geheimrat  schrieb:

Und wenn der Kunde diesen Verdacht nicht ausräumen kann, bleibt der Bank nur übrig das Konto zu kündigen.

Ein Zwang zur Kündigung des Kontos leuchtet mir nicht ein, nur ein Zwang zur Abgabe einer Verdachtsmeldung.


Ist aber schon so, § 10 Abs. 9 GwG: „Ist der Verpflichtete nicht in der Lage,“ festzustellen, u.a. ob der Kunde als Strohmann für einen anderen agiert und was der Zweck des Geschäfts ist, „so darf die Geschäftsbeziehung nicht begründet oder nicht fortgesetzt werden und darf keine Transaktion durchgeführt werden. Soweit eine Geschäftsbeziehung bereits besteht, ist sie vom Verpflichteten ungeachtet anderer gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen durch Kündigung oder auf andere Weise zu beenden.“

 

Und wenn die Behörden eingeschaltet werden oder von selbst nachforschen, gilt § 47 Abs. 1 GwG: „Ein Verpflichteter darf den Vertragspartner, den Auftraggeber der Transaktion und sonstige Dritte nicht in Kenntnis setzen von 1. einer beabsichtigten oder erstatteten Meldung nach § 43 Absatz 1, 2. einem Ermittlungsverfahren, das aufgrund einer Meldung nach § 43 Absatz 1 eingeleitet worden ist, und 3. einem Auskunftsverlangen nach § 30 Absatz 3 Satz 1.“

Michael Maier
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Der Passus "festzustellen, u.a. ob der Kunde als Strohmann für einen anderen agiert und was der Zweck des Geschäfts ist" steht nicht im zitierten Gesetz und das kann auch eine Bank nicht wirklich leisten. Wie Geheimrat schon erwähnt hat, im Grunde kann jede Banknote schwarz sein, so richtig widerlegen kann man es nie.

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Der Vergleich mit Dirk Nowitzki hingt gewaltig, weil solche Leute meist Jemanden bei der Bank haben, der alles für sie regelt und der weiss, dass nicht wegen jedem großen Geldeingang eine Alarmglocke schrillt. Ich glaube solche Promis regeln selten etwas noch selbst, was oft dazu führt, dass sie später mal unselbstständig wie ein 5 jähriges Kind sind, aber Leute, die sich beklagen, weil 15.000 € in ihrer subjektiven Welt nur Peanuts sind, kennen sich eben mit den Gesetzmäßigkeiten nicht aus - aber wer selbst mal bei ner Bank gearbeitet hat, der kennt diese Leute, die sich aufregen, wenn man sie nicht persönlich kennt und den Sorgfaltspflichten folgt und man sofort dieses Totschlags-Hammer-Argument "ich bin der und der und ich mache das immer so und das hat immer so geklappt" an den Kopf geknallt bekommt.

Da fällt mir immer dieses Klischeebild vom reichen Sohn mit Sonnenbrille, Tennishemd und pinkem, umgebundenen Pullunder ein, der dafür sorgt, dass du deinen Job verlierst und seinem Vater auch noch sagt, dass er deinen Vater feuern wird. Smiley (zwinkernd)  

 

Nikoneer
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@Floppy85  schrieb:

 

Da fällt mir immer dieses Klischeebild vom reichen Sohn mit Sonnenbrille, Tennishemd und pinkem, umgebundenen Pullunder ein, der dafür sorgt, dass du deinen Job verlierst und seinem Vater auch noch sagt, dass er deinen Vater feuern wird. Smiley (zwinkernd)  

 


Ah, du sprichst von BWL-Justus, stimmt's? Smiley (überglücklich)

 

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Experte ★★★
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@Michael Maier  schrieb:

Der Passus "festzustellen, u.a. ob der Kunde als Strohmann für einen anderen agiert und was der Zweck des Geschäfts ist" steht nicht im zitierten Gesetz


Nein, steht nicht da (deswegen auch nicht in Anführungszeichen), sondern ist meine Zusammenfassung von dem, was da steht: „die Abklärung, ob der Vertragspartner für einen wirtschaftlich Berechtigten handelt, und, soweit dies der Fall ist, die Identifizierung des wirtschaftlich Berechtigten nach Maßgabe des § 11 Absatz 5“ sowie „die Einholung und Bewertung von Informationen über den Zweck und über die angestrebte Art der Geschäftsbeziehung, soweit sich diese Informationen im Einzelfall nicht bereits zweifelsfrei aus der Geschäftsbeziehung ergeben“.

Highlighted
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EXAKT DER ! ^^