Jahresendrallye 2018 abgeblasen?

Highlighted
Social-Media-Team
Social-Media-Team
Beiträge: 111
Mitglied seit: 04.04.2018

Liebe comdirect-Community,

 

die politischen Einflüße scheinen immer größer zu werden und vielen Aktienindizes die letzte Kraft zu rauben. Etliche Investoren sind genervt, von dem ohnehin schwierigen Börsenjahr 2018, und stehen lieber an der Seitenlinie.

 

Themenauflistung:

 

-Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat nun doch größere Auswirkungen als gedacht.

-Der BREXIT entwickelt sich zunehmend zu einen Ränkespiel der innenpolitischen Kräfte in GB.

-Die Konjunktur in Europa steht nicht so robust dar wie gedacht.

-Der Ukraine-Konflikt mit Russland belastet.

-Die Rohölpreise sind derzeit auch noch nicht wirklich komplett eingeordnet.

...

Welche Themen sind aktuell noch marktbewegend und können sogar evtl. für einen Schlusspurt zum Jahresende sorgen?

 

Danke und Grüße

 

Euer

 

Brokerage_AL

8 ANTWORTEN
Experte ★★★
Beiträge: 706
Mitglied seit: 02.06.2017

@Brokerage_AL  schrieb:

Liebe comdirect-Community,

 

[...]

 Themenauflistung:

 -Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat nun doch größere Auswirkungen als gedacht.

-Der BREXIT entwickelt sich zunehmend zu einen Ränkespiel der innenpolitischen Kräfte in GB.

-Die Konjunktur in Europa steht nicht so robust dar wie gedacht.

-Der Ukraine-Konflikt mit Russland belastet.

-Die Rohölpreise sind derzeit auch noch nicht wirklich komplett eingeordnet.

...

 


Also ich weiß ja nicht, seit 2009, dem Beginn der Dauer-Hausse hatten wir soviele schlechte Nachrichten die wirklich relevant waren.

Zur Erinnerung:

- Dem "Konflikt" mit der Ukraine kam ein echter Krieg zuvor, mit der Übernahme eines Landstückes in Europa. Hätte nie gedacht, dass das nach 1945 nochmal möglich ist. Auswirkung? Keine.

- Die Welt stand mit Nordkorea kurz vor einem Atomkrieg. Auswirkungen? Naja, geht so.

- Die Entscheidung 2016 dass es überhaupt einen Brexit geben wird finde ich relevanter als das Gezicke jetzt. Auswirkungen? Hm, okay, so lala

 

Heute früh sollte die Verhaftung der Tochter des Huawei Firmengründers der Anlass des heutigen DAX-Absturzes gewesen sein.

Okay, als jemand ohne fundierte Fachkenntnis (wie ich) läuft man immer Gefahr sich lächerlich zu machen, wenn man sich über relevante Auslöser lustig macht, aber du @Brokerage_AL als Profi: Hattest du diese Gefahr auf dem Schirm?

So à la "Mann, Mann, Mann, diese Meng Wanzhou, wenn das mal gut geht, da in Kanada..."

Für mich klingt das, als wäre sie zusammen mit einem Sack Reis umgekippt...

 

Langer Rede, kurzer Sinn: Nö.  Es gibt überhaupt keine aktuellen Nachrichten, die die Aktienlage (direkt) beeinflussen.

Es gibt nur die Anleger, die die Kurse beeinflussen wollen und da könnte ich mir gut vorstellen, dass es viele gibt, die vor einem unkontrollerten Absturz immer noch mal gern vom Auf und Ab profitieren wollen. Ich fahre da gern mit.

Also werden ein paar Pseudo-Nachrichten entweder im Vorfeld aufgepush oder im Nachhinein als relevant verkauft.

 

Ich denke, die eigentlichen Auslöser für das, was noch kommen wird (und noch keiner weiß) werden erst lange im Nachhinein sichtbar, so wie die Ereignisse 1913 oder 1932 oder 2010

Das könnte später als "Verkettung ungünstiger Zustände" bezeichnet werden, den Ausdruck benutzen Historiker doch gern...

Ein Irrer als Präsident, eine Zerfaserung Europas, eine Mehltaukanzlerin in Deutschland, eine unversöhnliche Polarisierung der Bevölkerung, religiöse Wahnvorstellungen, etc.

Ich stelle mir gern vor: 2019 bricht der dritte Weltkrieg aus: Was werden die Schüler 2050 als Auslöser auswendig lernen müssen? Katze (Zunge)

 

Fundamentalwissen sucks Katze (Zunge)

 

🚮

 

hx.

 

Edit: Der Kommentar klingt jetzt beim Nachlesen ziemlich apodiktisch ( @huhuhu : ->hier Katze (überglücklich))  . Ich lasse mich natürlich auch gern vom Gegenteil überzeugen.

Experte ★
Beiträge: 158
Mitglied seit: 23.08.2016

@Brokerage_AL

Es werden immer irgendwelche Auslöser gesucht und gefunden. Aber eines steht doch fest: nach einer langen Hausse folgt irgenwann eine Baisse. Die scheint wohl jetzt noch nicht zu Ende zu sein. Einen Aufschwung schon zu Sylvester sehe ich nicht.

Legende
Beiträge: 3649
Mitglied seit: 18.10.2016

Vielleicht wird die Merkel-Nachfolge-Wahl morgen auch etwas bewirken.

Experte ★★
Beiträge: 376
Mitglied seit: 02.11.2017

Ist die Wende im Automobilsektor (weg von Verbrennern und hin zu Elektro) evtl. ein "Unruheherd". Ich kann nicht abschätzen was das langfristig für Shell, ExxonMobile, TOTAL und BP bedeutet. Sie müssen sich stark verändern, wenn sie künftig noch am Straßenverkehr mitverdienen wollen. Bislang waren die Aktien langweilig uns safe. Erdöl wird zwar noch an ganz vielen anderen Stellen benötigt aber mit dem Plastik stehen wir ja auch irgendwie auf dem Kriegsfuß. Sinkende Nachfrage führt zu sinkenden Preisen. Wie wirkt sich das zB auf die OPEC aus?

 

Was passiert, wenn die Digitalisierung in ihrer Dynamik gebremst wird? Das kann passieren, wenn China weiterhin sich über die Persönlichkeitsrechte hinwegsetzt. Das wird den Westen zum Nachdenken bringen. Zweifel bremsen uU die Dynamik.

Mentor
Beiträge: 849
Mitglied seit: 09.02.2018

@haxo  schrieb:

@Brokerage_AL  schrieb:

Liebe comdirect-Community,

 

[...]

 Themenauflistung:

 -Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat nun doch größere Auswirkungen als gedacht.

-Der BREXIT entwickelt sich zunehmend zu einen Ränkespiel der innenpolitischen Kräfte in GB.

-Die Konjunktur in Europa steht nicht so robust dar wie gedacht.

-Der Ukraine-Konflikt mit Russland belastet.

-Die Rohölpreise sind derzeit auch noch nicht wirklich komplett eingeordnet.

...

 


Also ich weiß ja nicht, seit 2009, dem Beginn der Dauer-Hausse hatten wir soviele schlechte Nachrichten die wirklich relevant waren.

Zur Erinnerung:

- Dem "Konflikt" mit der Ukraine kam ein echter Krieg zuvor, mit der Übernahme eines Landstückes in Europa. Hätte nie gedacht, dass das nach 1945 nochmal möglich ist. Auswirkung? Keine.

- Die Welt stand mit Nordkorea kurz vor einem Atomkrieg. Auswirkungen? Naja, geht so.

- Die Entscheidung 2016 dass es überhaupt einen Brexit geben wird finde ich relevanter als das Gezicke jetzt. Auswirkungen? Hm, okay, so lala

 

Heute früh sollte die Verhaftung der Tochter des Huawei Firmengründers der Anlass des heutigen DAX-Absturzes gewesen sein.

Okay, als jemand ohne fundierte Fachkenntnis (wie ich) läuft man immer Gefahr sich lächerlich zu machen, wenn man sich über relevante Auslöser lustig macht, aber du @Brokerage_AL als Profi: Hattest du diese Gefahr auf dem Schirm?

So à la "Mann, Mann, Mann, diese Meng Wanzhou, wenn das mal gut geht, da in Kanada..."

Für mich klingt das, als wäre sie zusammen mit einem Sack Reis umgekippt...

 

Langer Rede, kurzer Sinn: Nö.  Es gibt überhaupt keine aktuellen Nachrichten, die die Aktienlage (direkt) beeinflussen.

Es gibt nur die Anleger, die die Kurse beeinflussen wollen und da könnte ich mir gut vorstellen, dass es viele gibt, die vor einem unkontrollerten Absturz immer noch mal gern vom Auf und Ab profitieren wollen. Ich fahre da gern mit.

Also werden ein paar Pseudo-Nachrichten entweder im Vorfeld aufgepush oder im Nachhinein als relevant verkauft.

 

Ich denke, die eigentlichen Auslöser für das, was noch kommen wird (und noch keiner weiß) werden erst lange im Nachhinein sichtbar, so wie die Ereignisse 1913 oder 1932 oder 2010

Das könnte später als "Verkettung ungünstiger Zustände" bezeichnet werden, den Ausdruck benutzen Historiker doch gern...

Ein Irrer als Präsident, eine Zerfaserung Europas, eine Mehltaukanzlerin in Deutschland, eine unversöhnliche Polarisierung der Bevölkerung, religiöse Wahnvorstellungen, etc.

Ich stelle mir gern vor: 2019 bricht der dritte Weltkrieg aus: Was werden die Schüler 2050 als Auslöser auswendig lernen müssen? Katze (Zunge)

 

Fundamentalwissen sucks Katze (Zunge)

 

🚮

 

hx.

 

Edit: Der Kommentar klingt jetzt beim Nachlesen ziemlich apodiktisch ( @huhuhu : ->hier Katze (überglücklich))  . Ich lasse mich natürlich auch gern vom Gegenteil überzeugen.


 

Oh Gott, wo hast Du DAS denn ausgegraben ?

Also aus dem Maurer- Baubereich ist es nicht.

 

Selbst mein Nachbar meinte, es könnte auch nicht aus der Architekturtheorie sein.

Abakus--Agraffe--Altan ne ne

...Atrium vielleicht,

aber nein, dass kennst ja auch Du...ohne zu Googeln,gell.

Warte mal...Anhydritestrich, jo das käme evt.hin, trocknet sehr schnell

ist sofort verarbeitbar, und man findet keine Spuren, nie mehr nimmer  Smiley (zwinkernd)

 

h

 

 

Mentor ★★★
Beiträge: 2148
Mitglied seit: 22.03.2017

@Brokerage_AL  schrieb:

Liebe comdirect-Community,

 

die politischen Einflüße scheinen immer größer zu werden und vielen Aktienindizes die letzte Kraft zu rauben. Etliche Investoren sind genervt, von dem ohnehin schwierigen Börsenjahr 2018, und stehen lieber an der Seitenlinie.

 

Themenauflistung:

 

[...]

-Der BREXIT entwickelt sich zunehmend zu einen Ränkespiel der innenpolitischen Kräfte in GB.

-Die Konjunktur in Europa steht nicht so robust dar wie gedacht.

[...]

Welche Themen sind aktuell noch marktbewegend und können sogar evtl. für einen Schlusspurt zum Jahresende sorgen?

 

Danke und Grüße

 

Euer

 

Brokerage_AL


Danke für Deinen wertvollen Beitrag @Brokerage_AL!

 

Viele Verunsicherungen der Märkte erleben wir Anleger das erste Mal, weshalb es auch schwierig ist auf Vergangenheitswerte oder erprobte Rezepte zurückzugreifen.

 

Einzige Ausnahme sind wahrscheinlich die Sterne-Listen von @nmh, von denen wir bereits erfahren haben: Sie funktionieren.

 

Ich möchte stattdessen aber ein bisschen was über meine ganz persönliche Markterwartung für die nächste(n) Woche(n) schreiben.

 

Derzeit erleben wir ja etwas ganz Einzigartiges, wenn man mal die politisch gefärbte Brille abnimmt.

 

Egal ob jemand für das Narrativ der Vereinigten Staaten von Europa ist oder die Jahrhunderte alte Tradition der Nationalstaaten betont: Da wird eine demokratische Entscheidung in einer der ältesten Demokratien schlichtweg hochgekocht. Smiley (traurig)

 

Denn letztendlich geht es beim Brexit ja nicht um die Weiter-Existenz Europas, sondern darum ob sich die Bevölkerung und Konsumenten eines einzigen Mitgliedslandes zollfrei und abgabenfrei erreichen lassen oder nicht. Also irgendein assoziierter Status für GB - der ansonsten keinen weiteren Schaden anrichtet.

 

Mit der (theoretischen) Betrachtung lassen sich Regalmeter an Büchern füllen und auch die Wahlkämpfe der letzten Jahre dreh(t)en sich immer wieder um die Frage wie genau das Grenzmanagement aussehen soll.

 

Letztendlich aber werden die Börsen sehr schnell nach der politischen Einigung (wie immer die auch aussehen wird) zur "vor Brexit"-Tagesordnung zurückkehren.

 

Verwerfungen sehe ich deshalb im Wesentlichen bei der Relation EUR/GBP - wobei ich da nicht investieren kann. Denn letztendlich kann und wird es auch von der Tagesform der Verhandler abhängen, wie "weich" oder "hart" der Brexit werden wird.

 

Kurz nach der Entscheidung wird es deshalb wahrscheinlich eine sehr hohe Volatilität insbesondere an den Europäischen Börsen geben.

 

Dann holt uns aber die Realität der aktuellen Konjunkturzyklik wieder ein. Und diese sagt mir: MIt all den Bedrohungen (restriktive Regulierung) für den industriellen Kern Autoindustrie wird es keine wirkliche Jahresendrallye im DAX geben. Sinkende Gesamtzulassungszahlen in USA könnten zudem ebenfalls für ein bisschen Unruhe sorgen.

 

Der eine oder andere - investment- und sachanlagenorientierte Wert - wird moderat steigen.

 

Die Wachstumstreiber im auslaufenden Jahr sehe ich also noch nicht, zumal die Korrektur auch einige Werte nicht erfasst hat, die ich kritisch sehe.

 

Das Auslaufen der W/recard Euphorie wird zudem dafür sorgen, dass schon bald über eine Ablösung aus dem DAX diskutiert wird.

 

Der Grund: Was da die IR-Abteilung perfekt graphisch aufbereitet "raushaut", wäre bei dem wahren Innovationstreiber PayPal wohl nicht mehr als eine Fußnote wert.

 

Kurz zusammengefasst sagt mir meine Glaskugel: Eher seitwärts im deutschen Markt von 15.12. bis Jahresende!

 

Ich hoffe, dass dieser Beitrag Euch gut unterhält - er stellt keinen Investmentrat dar.

 

Liebe Grüße

 

Glücksdrache

Social-Media-Team
Social-Media-Team
Beiträge: 111
Mitglied seit: 04.04.2018

@Glücksdrache:

 

Danke für Deinen tollen und sehr interessanten Beitrag.

 

Ich denke, dass die Märkte sich weiterhin sehr stark auf die politischen Themen konzentrieren werden. Von den Unternehmen wird es kaum positive Nachrichten geben können, da diese in den vergangenen zehn Jahren, durch Finanzsteroide der Notenbanken, extrem aufgepumpt worden sind. Die aktuellen Bewertungsniveaus bei einigen Unternehmen sind eher ein Symptom der Fehlallokation und dem asymmetrischen Risikobewusstsein als einer angemessenen fundamentalen Betrachtungsweise. Einige Unternehmen haben dies, für die Aktionäre schmerzhaft, bereits korrigiert aber es stehen noch andere Unternehmen aus.

 

Die Bäume wachsen beaknntlich nicht in den Himmel und auch die Börse ist keine Einbahnstraße. Alles was steigt wird auch wieder korrigieren. Das eine Underlying evtl. sträker als Andere.

Somit bleibt den Investoren nur die Möglichkeit über die Makrosicht mögliche Tendenzen und Investmentgelegenheiten lokalisieren zu können.

 

Ein harter BREXIT hätte weitreichende Folgen, die sowohl deutsche als auch englische Unternehmen stark treffen würden. Es geht um jegliche Regelungen, die das normale B2B-Geschäftsumfeld betreffen.

Ein Softlanding sehe ich aktuell nicht und ist auch nicht im Interesse von GB oder der EU. Viel mehr sehe ich hohe Wahrscheinlichkeiten für einen EXIT aus dem BREXIT. Wie das EuGH heute bekannt gegeben hat, wäre dies durchaus möglich:

 

https://www.onvista.de/news/eugh-grossbritannien-darf-brexit-austrittserklaerung-widerrufen-16245439...

 

Das Säbelrasseln im Handelsstreit zwischen den USA und China sehe ich ebenfalls eher als Intermezzo und kurzfristige Erscheinung. Das Thema sollte spätestens im ersten Quartal 2019 erledigt sein. Die Märkte haben dies bereits eingepreist und kümmern sich nicht wirklich mehr darum. Eine Auflösung des ahndelsstreits bzw. Einigung könnte höchstens für Kaufstimmung bei den Investoren sorgen.

 

Für eine mögliche positive Gegenbewegung an den Aktienmärkten zum Jahresende werden insbesondere die Konjunkturaussichten für 2019 wichtig sein. Bei all dem möglichen fensterdekorieren (Window Dressing) zum Jahresende müssen die Aktienbestände auch über Perspektiven in 2019 verfügen. Kein Portfoliomanager legt sich eine flügellahme Ente in sein Depot.

 

In Bezug auf Wirecard wird es spannend sein und bleiben, wie sich der Charakter des DAX insgesamt dadurch ändert. Die Gewichtung ist zwar nicht sehr hoch aber dafür verfügen die Aktien über eine relativ hohe Volatilität, die ihresgleichen sucht.

 

Bayer, die beiden Fresenius Unternehmen und die Autowerte sind derzeit imho eher das Zünglein an der Waage. Mit ihnen steht und fällt der Startschuss für ein Schlussspurt zum Jahresende. Hohe Gewichtung und stark ausgebombt.

 

Keine Anlage- und Investmentberatung, sondern lediglich meine bescheidene Meinung zum deutschen Aktienmarkt am 10.12.2018 um 10:15 Uhr. Smiley (überglücklich)

   

Weitere Antworten und Meinung sind herzlich willkommen

 

Euer

 

Brokerage_AL

Social-Media-Team
Social-Media-Team
Beiträge: 111
Mitglied seit: 04.04.2018

@@haxo und @Renimau

 

Mit Sicherheit läuft die Hausse derzeit fast 10 Jahre aber die Ursachen, die zu diesem fulminanten Kursaufschwung geführt haben, sind extraordinär gewesen. Niemand hätte gedacht, dass die Leitzinsen auf null bzw. die Umlaufrenditen sogar negativ tendieren werden. Dass Staaten und Notenbanken massiv als Käufer in den Finanzmärkten auftreten und sich somit gegen den Markt stellen. Das dieser Draghi-Put so lange Gültigkeit besitzt.

 

Es sind immer die kleinen Ereignisse, die das Große-Ganze von ineinander vernetzten und komplexen Ereignissen aufzeigen und Katastrophen auslösen. Ein Lämpchen in einem AKW blinkt und 3 Sekunde später gab es Tschernobyl oder Fokushima.

 

Natürlich kann man fatalistisch sagen, dass ein Präsident auf einen Knopf drücken kann und 30 Sekunde später ist alles Geschichte aber davor steht noch der Skrupel und Moral eines Menschen. Daran glaube ich persönlich zumindest noch.

 

Fundamentale Ereignisse sind immer von tragender Weite und sollte nicht ausgeklammert werden. Bspw. kann die Festnahme vom CFO von Huawei zu einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen China und den USA führen. Mit Sicherheit war der Konflikt vorher da aber die Eskalation ist dann durch dieses Ereignis entstanden. Auf dieses Gefühl der Unsicherheit reagieren die Marktteilnehmer und diese steuern die Finanzmärkte und programmieren sogar die an den Finanzmärkten tätigen Algorithmen.

 

Ich würde somit darauf hinweisen wollen, dass vor dem Handeln und der Technologie immer ein Gefühl steht. Und dieses Gefühl kommt von fundamentalen Wissen/ Ereignissen. Oder?

 

Euer

 

Brokerage_AL