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Zukunft der digitalen Geldanlage: Mehr als nur smart

Sabine Schoon (SaSchoon)

Geldanlage ist in Deutschland noch immer nicht gesellschaftsfähig. Aber warum? Zu kompliziert? Unterschätzt? Langweilig? So hat zum Beispiel nur jeder dritte Deutsche zumindest ein mäßiges Interesse an privater Vorsorge und finanzieller Absicherung.[1] Vor dem Hintergrund des Realzinsverlustes – die meisten Deutschen sparen ihr Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung unterhalb der Inflationsrate – eine alarmierende Tatsache. Und ein Grund mehr, sich mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen.

Wie aber sieht die Zukunft der digitalen Geldanlage aus? Sie muss einfach und unkompliziert sein, das Risiko für die Anleger überschaubar. Zusätzlich muss der Kunde weiterhin die Wahl zwischen rein digitaler und persönlicher Beratung haben. Unsere Erfahrungen haben auch gezeigt, dass Finanzprodukte nicht cool und fancy sein müssen, wichtig ist vielmehr Seriosität. Wie lässt sich all das miteinander vereinen? Meine These ist: Die Zukunft der Geldanlage ist digital und dabei einfach, transparent, flexibel, individuell und niedrigschwellig.

Wieso digital? Digitale Produkte eröffnen uns nicht nur neue Möglichkeiten, Bankprodukte neu aufleben zu lassen, sie sind auch kosteneffizient und erreichen mehr Menschen. Geldanlage ist bei weitem nicht mehr nur ein Thema für eine kleine Gruppe vermögender Personen. Private Geldanlage ist heutzutage für jeden von uns wichtiger denn je. Die Zielgruppe hat sich verändert und damit auch die Anforderungen an unsere Produkte. Beim Thema digitale Geldanlage führt an Robo Advisor kein Weg vorbei. Robo Advisor sind zusammen mit Mobile Payment, Peer-to-Peer-Lending sowie Crowdfunding die größten Trends der Fintech Branche.[2] Dabei ist Deutschland nach den USA weltweit das Land mit den meisten Robo-Advisor-Lösungen am Markt, viele von Fintechs initiiert.[3] Trotzdem hat hierzulande jeder Vierte noch nie davon gehört.[4] Wie kann das sein? Gründe dafür sind beispielsweise mangelndes Wissen, Misstrauen gegenüber Algorithmen sowie fehlendes Kundenvertrauen in Fintechs. Wer es geschafft hat, am deutschen Markt Fuß zu fassen, ist meist trotzdem auf Kooperationen angewiesen, um den notwendigen Kundenzugang zu erhalten.

 

Auch wir haben uns im letzten Jahr intensiv mit dem Thema Robo Advisors beschäftigt und mit cominvest eine digitale Lösung entwickelt, die unsere Kunden in nur wenigen einfachen Schritten bis hin zur Geldanlage begleitet. Dies funktioniert sowohl digital über unsere Website als auch im persönlichen Gespräch mit unseren qualifizierten Ansprechpartnern. Dabei ist es möglich, bereits ab 3.000 Euro kostengünstig anzulegen und die Renditechancen der Börse zu nutzen. Auf Basis von Kundenangaben wird ihm ein Angebot vorgeschlagen, welches zu seinen individuellen Bedürfnissen passt. Über den Grad der Unterstützung entscheidet jeder Kunde am Ende jedoch selbst. Damit tragen wir den unterschiedlichen Erfahrungen beim Thema Geldanlage und Wertpapieren Rechnung.

 

Die eigentliche Herausforderung ist es, künftig auch jene Menschen zu überzeugen, die sich noch nie mit dem Thema Geldanlage – insbesondere in Wertpapiere – beschäftigt haben. Da diese Zielgruppe andere Ansprüche hat, müssen wir auch unsere Produkte verändern und anpassen. Wir müssen einfacher werden, zugänglicher für die breite Masse und gleichzeitig ein positives Kundenerlebnis schaffen. Aber was macht ein vermeintlich kompliziertes Bankprodukt eigentlich massentauglich? Für mich sind hier vier Eigenschaften entscheidend:

 

 

Durch den Verzicht auf Banken- und Fachdeutsch werden Anlageprodukte verständlicher, zusätzlich müssen wir aber auch jederzeit nachvollziehbar machen, was hinter den Kulissen mit dem angelegten Geld passiert. Mit dieser Transparenz schaffen wir mehr Vertrauen. Doch Kunden müssen nicht nur nachvollziehen können, was mit dem angelegten Geld passiert. Sie müssen auch jederzeit Zugriff darauf haben, um beispielsweise auf sich ändernde Lebenssituationen regieren zu können. Das schafft die heute notwendige Flexibilität. Wollen wir darüber hinaus erreichen, dass sich mehr Menschen Gedanken um die Geldanlage machen, muss auch der Einstieg unkomplizierter werden. Eine gewisse Niedrigschwelligkeit, also die Möglichkeit mit einem geringen Anfangsinvestment in die Geldanlage einzusteigen, halte ich für besonders wichtig. Vor allem um erste Erfahrungen sammeln zu können. Darüber hinaus können beispielsweise Sparpläne mit geringen monatlichen Beträgen die Einstiegshürde in den digitalen Vermögensaufbau künftig weiter minimieren. Schaffen wir es zusätzlich unsere Angebote mit einer gewissen Emotionalität zu verbinden, könnte sich Geldanlage zu einem alltäglichen Thema entwickeln und die Menschen ein Stück weit begeistern. Ein Weg dahin ist zum Beispiel das Thema Bonus-Sparen. Beim Online-Shoppen werden automatisch kleine Rabatte gesammelt und angelegt, um so einen ersten Schritt in die Wertpapieranlage zu gehen. Komplizierte Bezeichnungen von Fonds oder ETFs schrecken eher ab. Warum also nicht in etwas investieren, wofür ich mich ohnehin begeistern kann? Sogenannte Motiv-Investments helfen die richtigen Anlagen zu finden und in Themen zu investieren, an die man wirklich glaubt – in die digitale Zukunft, eine bessere Umwelt, die Gesundheit oder aktuelle Trends.

 

 

Bild 1_Zukunft der Geldanlage.png 

 

Sobald sich Menschen in die Lage versetzt sehen, wichtige Finanzentscheidungen treffen zu können – und dabei das Gefühl zu haben, dass sie sich auch auf digitale Angebote verlassen können –  bin ich davon überzeugt, dass Geldanlage zu einem gesellschafts- und alltagsfähigen Thema wird. Aber nur dann.

 

 

 

 

[1] Quelle: Statista/IfD Allensbach: ID 170959; Deutschland; ab 14 Jahre; deutschsprachige Bevölkerung

[2] Quelle: Statista-Expertenbefragung: ID 647593; Deutschland; 24. Oktober bis 25. November 2016; 110 Befragte; Experten aus den Bereichen Fintech, Banken und sonstigen Finanzdienstleistern

[3] Quelle: Statista/Burnmark ID 744027; Weltweit; April 2017

[4] Quelle: Statista/PwC Deutschland; Juni 2016; ab 18 Jahre; 1.048

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