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Unterschied der Geschlechter: Müssen Frauen anders sparen?

Martina Palte (MPalte)

Seit 1925 erinnert der Weltspartag einmal im Jahr, am 31. Oktober, an die Bedeutung des Sparens. Ursprünglich sollte dieser Tag insbesondere den Kindern das Sparen schmackhaft machen. Gerade in Deutschland war dies bitter nötig, da das Vertrauen der Menschen in den Wert des Geldes und die Geldwertstabilität nach der Hyperinflation der Weimarer Republik sowie den Währungsreformen von 1923 und 1948 stark erschüttert war.

 

Heute sparen die Deutschen nicht zu wenig, sie sparen aber angesichts der aktuellen Zinslage falsch. Wie der comdirect Realzins-Radar zeigt, verlieren die Sparer durch ihre hauptsächlich niedrigverzinsten Anlageformen in Sparbuch, Tagesgeldkonto und Co. jeden fünften Euro ihrer jährlichen Sparleistung. Pro Haushalt sind das im Durchschnitt 872 Euro. Erschreckende Zahlen, wenn Sie mich fragen. Kein Wunder, dass einige in der aktuellen Zeit auf Grund der Zinsen nahe Null auf das Sparen verzichten und stattdessen lieber ihr Geld ausgeben. Wissenschaftler begründen dies zusätzlich auch mit der sogenannten Zeitpräferenz: Menschen neigen dazu, positive Dinge lieber früher als später zu erhalten. Also lieber heute konsumieren, als für die Zukunft zu sparen. Dabei ist es für den langfristigen Vermögensaufbau wichtig, früh anzufangen und in renditestärkere Anlageformen zu investieren.

 

Geschlechterunterschied beim Sparen

Vor allem Frauen haben einen verstärkten Handlungsbedarf. So zeigt der aktuelle comdirect Spar- und Anlageindex, dass 44 Prozent der befragten Frauen im September 2017 nichts oder weniger als 50 Euro gespart haben. Wenn man dabei bedenkt, dass 49 Prozent der Frauen zudem nicht privat für das Alter vorsorgen, ist höchste Alarmbereitschaft geboten.

 

Was sind nun aber die Gründe dafür? Frauen haben insgesamt gesehen eine niedrigere Erwerbsquote, geringere Durchschnittsgehälter und weniger Lebensarbeitszeit. Hinzu kommt eine hohe Anzahl von Beschäftigungsverhältnissen in Teilzeit, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. All dies führt dazu, dass weniger und geringere Rentenansprüche bestehen. Wenn man einen Blick auf den Spar- und Anlageindex wirft, zeigt sich dort auch, dass Frauen ihr Geld größtenteils klassischen, schlecht verzinsten Anlageformen anvertrauen und dadurch ebenfalls kaum langfristiges Vermögen aufbauen können.

 

 

Unterschiedliche Anlageschwerpunkte von Männern und Frauen; Quelle: comdirect Spar- und Anlageindex, September 2017Unterschiedliche Anlageschwerpunkte von Männern und Frauen; Quelle: comdirect Spar- und Anlageindex, September 2017

 

Wir brauchen ein Umdenken bei der Geldanlage

Frauen verdienen weniger, sie sparen meist weniger und wenn, dann vorwiegend unvorteilhaft – diese Entwicklung muss sich ändern. Wir wollen sie daher unterstützen, ihr Wissen in Anlagefragen auszubauen und gute Finanzentscheidungen zu treffen. Eine gute Finanzentscheidung kann vieles sein: Beispielsweise ein Haushaltsbuch für einen besseren Überblick über Einnahmen und Ausgaben einzuführen, die laufenden Ausgaben und Kosten fest im Blick zu haben oder auch sich regelmäßig über Wertpapiere und weitere Anlageformen zu informieren.

 

Um Frauen bei diesem Ziel zu unterstützen, haben wir uns einiges vorgenommen. Denn klar ist: Sofern Frauen sich nicht mit ihren Finanzen beschäftigen und nichts an ihrem Sparverhalten ändern, können sie in der Zukunft nur verlieren.

 

Persönlich möchte ich insbesondere Frauen ermutigen, sich selbst um ihre Finanzen zu kümmern. Denn Geldanlage in Wertpapiere und damit in langfristigere Anlageformen, ist kein Hexenwerk und bereits mit kleinen Beträgen ab 25 Euro möglich. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

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