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Innovation als Geschäftsmodell

Arno Walter (AWalter)

„Die wichtigste Finanzinnovation, die ich in den vergangenen 20 Jahren gesehen habe, ist der Geldautomat. Er hilft Menschen wirklich, macht Filialbesuche unnötig und das Leben einfacher. Wie viele andere Innovationen können Sie mir nennen, die für jeden Einzelnen ähnlich wichtig waren wie der Geldautomat, der zudem eher eine technologische als eine finanzielle Innovation darstellte?“

 

Als der ehemalige US-Notenbankpräsident Paul Volcker 2009 diese heute berühmten Sätze fallen ließ, tat er dies, um einer Runde von Investmentbankern die Leviten zu lesen, deren vermeintliche Innovationen die Welt seiner Ansicht nach direkt in die Finanzkrise geführt hatten. Doch auch wenn man diesen hoch politischen Kontext ausblendet, muss man Volcker zugestehen: Abgesehen von der vernachlässigbaren historischen Ungenauigkeit, dass der Geldautomat bereits vor fünfzig Jahren eingeführt wurde, hatte der Ökonom nicht Unrecht. Lange Zeit war das Innovationstempo der Branche gering. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis fast zu seinem Ende war der Geldautomat in der Tat die einzige nennenswerte, für die meisten Kunden unmittelbar erlebbare technologische Neuerung.

 

Mit dem Siegeszug des Internets änderte sich dies jedoch grundlegend. Es ermöglichte Mitte der 1990er-Jahre das Aufkommen von Direktbanken wie comdirect. Und es gab den Startschuss zu einer dramatischen Verkürzung von Innovations- sowie Produktlebenszyklen. Ein Beispiel: Das erste echte Smartphone, Apples iPhone, war in Deutschland vor zehn Jahren noch nicht einmal erhältlich – es wurde hierzulande erst im November 2007 verkauft. Entsprechend spielte Mobile Banking damals noch überhaupt keine Rolle – Bankgeschäfte fanden praktisch komplett in der Filiale oder vor dem heimischen PC statt.

 

Den Wandel aktiv mitgestalten

 

Ein Jahrzehnt später sind Smartphones im Mittelpunkt unseres Lebens angekommen – und die Digitalisierung in der Mitte der Gesellschaft. In vielen Branchen erleben die Menschen das längst als selbstverständlich: Während noch vor wenigen Jahren der Download von Musikstücken als große Innovation erschien, ist er heute ein alter Hut. Musik wird zum Beispiel über Spotify und iMusic gestreamt, Filme über Netflix und Amazon Prime. Uber hat in vielen Ländern erfolgreich das Transportgewerbe umgekrempelt, Airbnb versucht das gleiche in der Hotelbranche. Viele weitere Beispiele ließen sich anführen.

 

Eines davon, ist die Bankenbranche. Einerseits wollen Kunden das integrierte, plattformübergreifende Nutzungserlebnis, das sie von Dienstleistungen aus anderen Branchen kennen, zunehmend auch auf die Beziehung mit ihrer Bank übertragen. Andererseits nutzen große Player aus angrenzenden Bereichen wie Apple oder Amazon ihre Technologiekompetenz und ihren Zugang zu Kunden, um quasi nebenbei auch Finanz- und Zahlungsdienstleistungen anzubieten.

 

Das hat Implikationen für jede Bank in Deutschland. Den sich beschleunigenden Wandel nicht nur von der Seitenlinie aus zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten, ist für viele Institute eine existenziell wichtige Aufgabe. Wie lässt sich diese bewältigen?

 

Innovation als ständige Herausforderung

 

Eine Antwort gibt Michael Dell, Gründer des gleichnamigen Technologieunternehmens:

 

„Etwas zu erfinden, ist einfach. Die wirkliche Herausforderung ist es, Innovation zum Geschäftsmodell zu machen. Innovation bildet die Grundlage des Geschäfts vieler Unternehmen, und Innovationen können revolutionäre Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle haben. Die Erfolge von Uber und Alibaba beweisen das.“

 

Innovation als Kern des Geschäftsmodells – das gilt für comdirect seit jeher. Die Idee der Direktbank stellte bei der Gründung vor mehr als 20 Jahren eine radikale Innovation dar. comdirect ist ein Fintech der ersten Stunde, auch wenn der Begriff damals noch nicht en vogue war. Unsere DNA ist digital, wir waren bei Veränderungen schon immer vorne mit dabei, und wir begreifen stetige Veränderung als Chance uns stetig zu verbessern. Wir haben als erste Bank ein Girokonto mit Zufriedenheitsgarantie angeboten, wir haben die Online-Baufinanzierungsberatung per Screen-Sharing in Deutschland eingeführt und dann zur Videoberatung ausgebaut, wir haben mit dem Sofort-Konto erstmals hierzulande eine vollständig digitale Kontoeröffnung ermöglicht, und wir bieten seit Kurzem als erste deutsche Bank die Abfrage von Realtime-Aktienkursen über Amazons Alexa an.

 

Wie schafft man es, solche Innovationen systematisch zu entwickeln – immer und immer wieder?

 

Die Antwort ist so einfach wie vielgestaltig: durch ein ganzheitliches Innovationsmanagement. Gute Ideen kommen von überall. Daher ist es entscheidend, möglichst viele gute Ideen zu entwickeln und – wenn möglich – in Produkte zu verwandeln.

 

Ideen generieren wir systematisch über verschiedenste Formate, um sie anschließend zu bewerten und zu priorisieren. Dafür verlassen wir regelmäßig unsere Schreibtische und öffnen uns für Impulse von außen. Einige Beispiele dafür:

 

- Beim comdirect Finanzbarcamp im Rahmen der Hamburger Fintech Week tauschen wir uns mit Branchenexperten und -interessierten aus, um Inspiration zu finden, Wissen zu teilen und unser Netzwerk zu erweitern.

 

- Beim konzernübergreifenden Collabothon mit Commerzbank, mBank und weiteren Partnern setzen wir uns das Ziel innerhalb von zwei Tagen neue Ideen in Prototypen zu verwandeln.

 

- Mit dem Innovation Day steht bei comdirect ein kompletter Tag im Zeichen der Innovation. Alle Mitarbeiter können aktuelle Entwicklungen testen, aber auch für eigene Ideen pitchen.

 

- Wir haben die comdirect Start-up Garage für Gründer in der Finanzszene etabliert, mit Ideen, die den Kunden einen echten Mehrwert bieten sollen und das Potenzial haben, die Zukunft des Bankings zu verändern. Dabei verstehen wir uns als Enabler und Partner. Für dieses Modell sind wir im November 2016 sogar mit dem Innovationspreis Privatkundengeschäft 2016 von bankenversicherungen.de und Frankfurt Euro Finance ausgezeichnet worden.

 

Kunden im Mittelpunkt der Produktentwicklung

 

Überhaupt steht Mehrwert für Kunden im Mittelpunkt unseres Denkens. Kunden verlangen heute stärker denn je: Einfachheit und Qualität, Flexibilität und Individualität. Das möchten wir ihnen an allen Stellen der Customer Journey bieten. Und wir wollen unser Innovationstempo weiter steigern. Das müssen wir auch, denn die Digitalisierung sorgt dafür, dass das Tempo der Veränderung nie wieder so gering sein wird wie heute.

 

Um da mitzuhalten, haben wir bei comdirect unsere Arbeitsweise grundlegend umgestellt. Früher haben wir recht klassisch Anforderungen an neue Produkte programmiert, diese auf dieser Basis entwickelt – und erst ganz am Ende des Zyklus sehen können, wie die Kunden darauf reagieren. Heute arbeiten wir agil. Wir entwickeln neue Produkte in kurzen Zyklen weiter, Schritt für Schritt. Wichtige Entwicklungsstufen, vom Pretotyp über den Prototyp und die Beta-Version, verproben wir direkt mit Kunden. Dazu nutzen wir Plattformen wie die comdirect insider community oder führen Family-and-Friends-Phasen durch. Die Anforderungen und Wünsche der Kunden stehen auf diese Weise im Mittelpunkt und sind im gesamten Prozess präsent. Zugleich merken wir als Unternehmen sofort, ob eine Neuentwicklung angenommen wird, sparen Zeit und Geld. Und bringen systematisch Innovationen auf den Markt, die Kunden wirklich nutzen – und von denen vielleicht am Ende auch Paul Volcker überzeugt wäre.

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