Bank. Neu denken.
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Das Rad neu erfinden

Dr. Sven Deglow (SDeglow)

Dem Büro und dem Alltag entkommen, auf der Suche nach neuen Ideen – alles für einen guten Zweck: Das waren für 40 Mitstreiter und mich genug gute Gründe, um für den diesjährigen Techbikers-Ride aufzusatteln. Der Grundgedanke zu diesem Charity-Event entstand 2012 auf dem Google-Campus in London: Radfahren, die Vernetzung der Tech-Szene weiter voranbringen und dabei Spenden sammeln. Die Einnahmen gehen an das Projekt Word Bicycle Relief, das Fahrräder für Schulkinder, Krankenpfleger und Kleinstunternehmer in Entwicklungsländern organisiert. Wer schon einmal an einem ähnlichen Event, etwa einem Spendenlauf, teilgenommen hat, erinnert sich vielleicht: Mit dem gemeinsamen Ziel vor Augen, gerät der Wettkampfgedanke und damit alle Rivalitäten in den Hintergrund. Eine klassische Coopetition also: Davon sollten sich so manche Unternehmen eine Scheibe abschneiden, die digitale Wettbewerber als reine Konkurrenz und nicht auch als Chance ansehen.

Die Teilnehmer des 5. Techbikers-Ride beim Start in Prag.Die Teilnehmer des 5. Techbikers-Ride beim Start in Prag.

 

Sportliche Aktivitäten haben einen positiven Effekt auf die Hirnleistung, das sagen zumindest einige Studien. Kann ich bestätigen, denn auf und abseits des Rads inmitten von Tech-begeisterten Mitstreitern ergaben sich für mich spannende Diskussionen zu Themen wie Peer-to-Peer-Zahlungen, der Zukunft von Mobile-Banking, Agilität und modernen Arbeitswelten.

Nun fragen Sie sich vielleicht, was Radfahren eigentlich genau mit Banking und digitalen Lösungen zu tun hat. Das Ergebnis vorweg: Der gemeinsame Nenner heißt Innovation. Denn während sich einige von uns nach manchem Kilometer einen extra Antrieb für unsere Räder herbeigesehnt haben, kamen unsere Gespräche schnell auf den Trend von E-Bikes. Ganz ähnlich ist es beim Banking. So gibt es mittlerweile zahlreiche digitale Finanzlösungen, die das Leben der Menschen vereinfachen und effizienter gestalten. Etwa Robo Advisory, das den Menschen einen einfachen Zugang zur Wertpapieranlage ermöglicht und – genau wie E-Bikes – ein perfektes Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine ermöglicht.

 

Doch obwohl das E-Bike eine geniale Erfindung ist, hat es trotzdem das klassische Fahrrad noch lange nicht abgelöst. Umso schwächer erscheint die disruptive Kraft dieser Technologie, wenn man sich vor Augen führt, dass die ersten Fahrräder mit elektronischem Beimotor bereits im 19. Jahrhundert entstanden. Das Prinzip heutiger Modelle entstand dann zu Anfang der 1980er. Bedeutet das etwa, dass auch wir 30 bis 40 Jahre oder sogar ein ganzes Jahrhundert lang warten müssen, bis Robo Advisor und Co. ähnlich populär werden? Oder aber sind Robo Advisor-Lösungen gar nicht das E-Bike, sondern eher das World Wide Web des Bankings? Das Internet hat es immerhin in einer kürzeren Zeitspanne als das E-Bike geschafft, ein komplettes Feld umzukrempeln: Nicht weniger als unsere gesamte Kommunikation.

 

Ob sich einzelne Technologien im Wertpapiergeschäft durchsetzen werden, ist natürlich nicht klar zu sagen. Robo Advisory verfügt aber ganz unbestritten über das Potenzial, den Bereich Brokerage von Grund auf zu verändern. Es erreicht auch Menschen, die sich bisher weniger mit Wertpapieranlage beschäftigt haben und demokratisiert die Geldanlage. Zudem orientiert es sich an den individuellen Kundenbedürfnissen, beispielsweise indem es den steigenden Convenience-Ansprüchen der Menschen entgegenkommt. Einfach, immer und überall. Damit das Potenzial von Robo Advisory wirklich ausgeschöpft und die Kundenbedürfnisse auch wirklich erfüllt werden, sollten wir – Banken, Fintechs, Influencer – uns jedoch ein Vorbild am Modell des Techbikers-Ride nehmen: Miteinander fahren, mit dem gleichen Ziel vor Augen.

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