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Connected Living: Was Amazons Dash-Button mit Banking zu tun hat

Dr. Sven Deglow (SDeglow)

Gehören Sie auch zu der Generation, die noch mit Vinyl groß geworden ist? Heute streamen wir Musik, wo wir früher mit Bedacht Staubkörnchen von der Schallplatte wischten. Wer kein Nostalgiker oder DJ ist, wird dies kaum noch kennen. Dieses Beispiel zeigt: Die Digitalisierung kommt nicht in der Mitte unseres Alltags an, sie ist längst da. Ungezähmt, voller Wucht, voller Dynamik ist permanente, rasante Veränderung die neue Normalität. Auch im Banking.

 

Jetzt, hier, sofort, möglichst einfach und komfortabel  – das ist die neue Maxime. Alles ist mit allem verbunden, das Smartphone ist die Schaltzentrale unseres Lebens geworden. „Connected Living“ ist keine Worthülse, sondern steht genau für diese neue Interkonnektivität. Die Bank von heute muss darauf Antworten bieten. Denn die Kunden werden nicht warten, bis wir sie gefunden haben. Andere werden die entstehende Lücke sofort und mit Freuden schließen.

 

Das Unternehmen kommt zum Kunden, nicht umgekehrt

 

Wie das geht, zeigen Anbieter wie Amazon: Als Online-Buchhändler gestartet und schnell zum globalen Warenhaus geworden, erobert das Unternehmen aus Seattle nun unsere Wohnungen. Sei es der Dash-Button, der auf einfachen Druck die nächste Packung Waschmittel ordert und per Amazon Pay bezahlt. Oder der Sprachassistent Alexa, mit dem künftig das gesamte Leben gesteuert werden könnte.

 

comdirect Skill für Alexa: Über 10.000 Börsenkurse in Realtimecomdirect Skill für Alexa: Über 10.000 Börsenkurse in RealtimeDer Clou: Mit dem Dash-Button und Alexa holt Amazon die Kunden eben dort ab, wo sie sind – in ihrem Alltag. Waren es früher die Kunden, die zum Unternehmen kamen, ist es heute also genau umgekehrt.

 

Auch wenn diese technologischen Innovationen ursprünglich für andere Branchen erdacht worden sind, zielen sie auf das Herz des heutigen Bankgeschäfts – die Herausforderung, zum ständigen Begleiter im Leben ihrer Kunden zu werden.

 

Gerade die moderne Sprachsteuerung bietet hier erhebliches Potenzial. So könnte Alexa – wie ihre Kolleginnen Siri und Cortana – das Überweisen von Geld oder den Aktienkauf durch einfache mündliche Aufforderung möglich machen: „Alexa, kaufe zehn XY-Aktien zu 10 Euro pro Stück.“ Erste Ansätze gibt es bereits. So bieten wir unseren Kunden in Kürze die Möglichkeit, mit dem comdirect Skill für Alexa über 10.000 Börsenkurse in Realtime abzufragen - ein einfacher Sprachbefehl reicht dafür aus.

 

Der Kampf um den Kunden hat begonnen

 

Das Alexa-Beispiel zeigt, dass die Trennschärfe zwischen den Lebensbereichen schwindet und die Durchlässigkeit der Industrien steigt. Die Banken befinden sich also nicht nur im Wettbewerb untereinander, sondern mit vielen anderen, vermeintlich Branchenfremden. Das Beispiel von WeChat, der sich in China von einem Messenger zur universellen Alpha-App entwickelt hat, zeigt, wohin diese Entwicklung führen kann.

 

Bei aller (gerechtfertigten) Auseinandersetzung mit Fintechs sollten Banken daher die großen Technologiefirmen nicht außer Acht lassen. Denn sie haben schon heute etwas, das vielen Banken noch fehlt: die Fähigkeit, sich in den Alltag ihrer Nutzer einzufügen.

 

Für den Erfolg der Banken ist es in Zukunft entscheidend, ob sie es schaffen, dieses Vorgehen erfolgreich zu adaptieren. Gelingt ihnen das nicht, wirken sie bald so antiquiert wie die Vinylplatten, die einige von uns noch in ihren Schränken haben.

Kommentare
Wolfgang Meyer
N/A

Hallo Herr Deglow,

 

ja, ich gehöre auch zu den verrückten Vinyl-Nostalgikern! Mal abgesehen vom besseren Klang (darüber kann man trefflich streiten), ist es auf alle Fälle schöner, eine Platte und ein (künstlerisch anregendes) Cover in der Hand zu halten und anzuschauen, als per Mausklick einen Musikstream zu starten. Ich beobachte, dass dieser Versuch, der "vollkommenen" virtuellen Welt zu entfliehen, wieder zunimmt und glaube nicht, das dies allein durch die Ewieggestrigen ausgelöst wird.

 

Musikalische Grüße

 

Wolfgang Meyer

Mikael Hansson
N/A

Toller Beitrag und Mindset.

Die Integration von Sprachassistenten wird sicherlich nur der Anfang sein. Spannend ist für mich: Wie geht es weiter? Wie bringt eine Bank wie comdirect (oder auch andere Banken) Ihre Kernkompetenzen ein und transformiert diese in der neuen vernetzen Welt, um einen wirklichen Mehrwert zu schaffen? Hier fehlt mir noch eine gute Inspiration oder Vision. Die Sprachsteuerung befeuert ja eher die Platfform Wissens- und Datenbasis der Technologieunternehmen. Ja Amazon/Google/Mircrosoft wissen in diesem Fall noch vor comdirect, welche Aktien potentiell (oder gar konkret) gekauft werden - und das bankenübergreifend Smiley (fröhlich)

Es bleibt interessant, viel Erfolg auf jeden Fall!

 

PS: Ein comdirect service zur Analyse von Social Media Content (z.B. Instagram Bildern) nach trending Marken und Technologien wäre etwas feines. Vermutlich zu kleine Zielgruppe aber mal eine schöne Ergänzung zu rein technischen Anaylsen und Expertenbewertungen...

Toller Gedankengang.

 

Es ist meiner Meinung nach aber (noch) mehr als in den Alltag der Menschen kommen.

 

Amazon setzt auf den Fakor Bequemlichkeit. Und das wie kein anderer Händler, vielleicht wie kein anderes Unternehmen. Der Kunde wird in den Mittelpunkt gestellt (leider aber nicht den Mitarbeiter Smiley (traurig) - das als m.E. nötige Randnotiz!). .

Schon einmal, damals mit der 1-click Bestellung, hat Amazon uns das vor Augen geführt, mit Funktionen wie dem Mayday Button, den Dash Button und nun Echo haben sie das elegant fortgesetzt.

Bleibt zu hoffen, dass die Skills die derzeit entwickelt und konzipiert werden alle möglichst nützlich sind. Nur dann bleibt der Echo als intelligenter Helfer im Alltag bestehen und baut eine Bindung zu den Besitzern auf.

 

Mehr dazu habe ich auf meinem Blog dargestellt:

--/ Shopping Convenience - einfach online Einkaufen: Wer Bequemlichkeit schätzt wird Amazon Echoi lieben
http://www.nutzerbrille.de/shopping-convenience/ .

 

 

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