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Allgemeine Finanzbildung: mangelhaft

Arno Walter (AWalter)

In vielen Bundesländern haben die Sommerferien begonnen. Nach monatelangem Lernen für Arbeiten und Tests sind die sechs Wochen Pause wohlverdient. Aber: „Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir“, heißt es so schön. Deshalb sollte das Drücken der Schulbank sich letzten Endes immer auszahlen. Doch beim Blick auf die vermittelten Inhalte und Kompetenzen stößt man seit Jahren auf eine echte Bildungslücke: den Umgang mit Geld.

 

Schulfach „Finanzwissen“ fehlt

 

Bereits die comdirect Jugendstudie zeigte: In Sachen Finanzen sind die Jugendlichen sehr ehrlich und geben sich schlechte Noten. Und auch der jüngst veröffentlichte W² Jugend Finanzmonitor der Schufa kam zu dem Ergebnis, dass rund ein Viertel der Heranwachsenden über eine mangelhafte bis ungenügende Finanzkompetenz verfügt. Selbst von den befragten Erwachsenen gibt sich jeder Zehnte die Note Fünf oder Sechs beim Thema Finanzwissen; nur 13 Prozent beurteilen ihre Finanzbildung als „sehr gut bis gut“. Da sich die meisten Jugendlichen mangels Angebot in der Schule über ihre Eltern in Finanzfragen informieren, wirken sich Wissenslücken bei der älteren Generation stark auf den Nachwuchs aus.

 

Dabei wünschen sich Jugendliche den Zugang zu Finanzwissen. 95 Prozent der in unserer Jugendstudie Befragten hätten gern ein entsprechendes Schulfach. Eine unglaublich beeindruckende Zustimmung. Doch in den Bildungsplänen der Bundesländer ist dies immer noch nicht vorgesehen, auch wenn es erste kleine Schritte, zum Beispiel mit dem Fach „Verbraucherkunde“ hinsichtlich Verbraucherwissen, gibt.

 

Ohne Aktien kein Vermögensaufbau

 

Das hat fatale Folgen für die Gesamtwirtschaft. Denn gerade die heranwachsende Generation, aber auch deren Eltern sollten und müssten privat für das Alter vorsorgen. Je frühzeitiger man damit beginnt, umso besser. Doch statt beispielsweise regelmäßig ein bisschen Geld in Wertpapiersparpläne zu investieren, parken die meisten Deutschen ihr Vermögen immer noch auf dem Giro-, Tagesgeld- oder Sparkonto. Der aktuelle comdirect Realzinsradar belegt, dass deutsche Sparer allein im ersten Halbjahr 2018 rund 17 Milliarden Euro durch niedrig verzinste Geldeinlagen verloren haben. Denn das dort angelegte Kapital wird durch die geringen Zinsen real von der Inflation nicht nur aufgezehrt, sondern mit Blick auf die spätere Kaufkraft sogar ins Negative gedreht.

 

Nur jeder achte Bundesbürger investiert hingegen laut aktuellem comdirect Anlage-Atlas in Fonds, bei Aktien ist es sogar nur knapp jeder Dreizehnte. Das ist angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes eine viel zu geringe Quote.

 

In Finanzbildung investieren

 

Zwar gibt es zahlreiche Initiativen und Bemühungen, die Finanzkompetenz der Deutschen zu erhöhen. Diese gehen in der Regel jedoch von der Wirtschaft oder Stiftungen aus. Auch comdirect engagiert sich, um das Wissen rund um Wertpapiere zu verbessern, sei es durch die comdirect Akademie, die Initiativen „Aktion pro Aktie“ und finanzheldinnen oder die Stiftung Rechnen. All diese Maßnahmen besitzen jedoch längst nicht die Schlagkraft, die ein Schulfach Finanzen hätte.

 

„Über Geld spricht man nicht“, lautet ein Sprichwort. Doch wenn der Staat gegen eine drohende Altersarmut wirksam vorgehen möchte, sollte er genau das tun und in die Finanzbildung der Bürger investieren. Das zahlt sich am Ende für alle aus. Er könnte sogar mit gutem Beispiel vorangehen und mit Steuerüberschüssen einen eigenen Staatsfonds für die Altersvorsorge seiner Bürger auflegen. Doch das ist ein ganz anderes Thema…

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