Kontaktloses Bezahlen per EC-Girocard

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Ich will hier Girogo garnicht verteidigen. Aber das Laden am Terminal dauert im Grunde nicht länger als eine Zahlung per Karte und PIN.

 

Es funktioniert so: Karte hinhalten – pieep – Im Display erscheint "Guthaben nicht ausreichend. Bitte Karte stecken" – dann Karte stecken, PIN eingeben und gut is.

 

(Es muss kein separater Ladevorgang ausgeführt werden, der Zahlvorgang muss nicht abgebrochen werden, man muss nicht nach dem Laden noch einmal hinhalten.)

Sonnschein
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Hallo,

 

ganz zum Anfang wurde auch die Frage in den Raum gestellt, ob man so wie aktuell bei den Volksbanken/Reifeisenbanken per Telefon App kontaktlos zahlen kann.

 

Sprich, ich würde in der comdirect App meine EC Kartendanten hinterlegen und nur mein Telefon an das Terminal halten.

Ich finde diese Lösung auch nicht so verkehrt.

 

Gerade weil ich erst vor ein paar Monaten meine neue EC Karte bekommen habe.

ta
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Sonnschein schrieb:

 

Sprich, ich würde in der comdirect App meine EC Kartendanten hinterlegen und nur mein Telefon an das Terminal halten.

Ich finde diese Lösung auch nicht so verkehrt.


Das geht in Android bankenunabhängig ja jetzt schon mit der App "Seqr". Wenn man halt bereit ist, einer schwedischen App seine Bankverbindung mitzuteilen. Ich habe da keine Skrupel, finde es aber unpraktisch wie fast alle NFC-Zahlungen in Deutschland, da schon ab 25€ eine PIN eingegeben werden muss. Und so ziemlich alle meine Kartenumsätze sind teurer als 25€. Nützt mir nichts. Also warte ich persönlich weiterhin geduldig auf Apple Pay, wo der Fingerabdruck oder das Gesicht reicht zur Autorisierung einer Bezahlung.

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Auch Apple Pay erfodert bei höheren Beträgen eine PIN:

 

https://support.apple.com/de-de/ht207435

 

Die Grenzen werden aber demnächst um die 50 EUR liegen. Viele haben von Ihren Banken schon neue AGBs bekommen und auch die neuen regularien für SEPA Instant sehen 50 als Grenze für kontaktlose Zahlungen am POS vor.

 

Allerdings können Händler auch jetzt schon entscheiden, auch höhere Beträge ohne PIN zu akzeptieren. Es ist eine Frage der Haftung bzw. der Vertragsausgestaltung zwischen Händler und Zahlungsdiensteprovider.

ta
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Na gut, aber Apple schreibt immer "Unter Umständen". Kann sein, muss aber nicht. Und von den boon nutzenden Deutschen habe ich bislang noch nie gehört, dass die eine PIN eingeben müssen.

 

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Wie auch Apple schreibt, hängt es von mehreren Faktoren ab. Von der Bank, die die Karte herausgibt und vom Händler. Und vor allem im Ausland kann es dann wieder ganz anders sein als in DE.

 

aglot
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wow, bekomme heute eine neue Girocard welche noch kein kontaktlos-Funktion unterstützt. Und wenn ich in vier Wochen diese Funktion wünsche muss ich kostenpflichtig eine neue Karte bestellen...!? 

 

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@aglot

Habe heute ein Kilo Rinderfilet gekauft. Ist morgen im Angebot. Na und?

Man muss halt nen Termin setzten wann die Funktion eingeführt wird. Alle die dieses Jahr eine neue Karte bekommen haben sind nicht mit dabei. Und? Würdest Du Dich jetzt besser fühlen wenn comdirect sagen würde: Wir führen es Ende 2018 ein.

Die Lösung für Dich und alle anderen ist doch sooooo einfach. Zahlen oder warten. Ist ganz leicht.

aglot
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@Goliath74
Beeindruckendes Kommentar!
istalix
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Hilfreicher Beitrag

Hallo @ta,

die 25-EUR-Limits sind nicht ganz so einheitlich, wie du es dir vorstellst.
Beim "girogo" der "roten" beträgt das Limit sogar nur 20 EUR, bei der (normalen) VISA-Karte sind es hingegen bis zu 50 EUR, die man ohne PIN oder Unterschrift zahlen kann (die Comdirect-VISA ist allerdings auf 25€ konfiguriert)

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Contactless_payment gibt zum "Floor Limit" eine recht gute Übersicht der Modalitäten in den verschiedenen Ländern, mit 25 EUR ist man da gefühlt im Bereich "das machen quasi alle anderen auch so".
In einigen Ländern wird es noch restriktiver gehandhabt (z.B. wird da immer nach PIN gefragt) oder zusätzlich nach einer Unterschrift gefragt, kontaktlose Zahlung funktioniert nur x-mal pro Tag und nur in wenigen Ländern kann man das kontaktlos-Limit von der Bank einstellen lassen. Selbst das reicht aber auch nicht aus: die Kartenterminals im Einzelhandel können auch niedrigere Limits vorgeben, ab denen trotz "hoch" konfigurierten Karte PIN/Unterschrift fällig sind.

 

Grundsätzlich halte ich auch seqr für interessant und spiele damit etwas herum, es hat allerdings zwei kleine Haken: sie tun quasi alles, damit man seqr nicht nutzt.

Nach der Anmeldung hat man ein Gesamt-Limit von 25 EUR - mehr kann man nicht ausgeben. Da man zur Anmeldung nur eine Kopie von Ausweis/Führerschein/... fotografiert und nicht nachweist, dass einem die SEPA-Kontoverbindung gehört, ist das auch halbwegs plausibel.

Erst, sobald dreimal erfolgreich das Girokonto belastet werden konnte, wird das Gesamtlimit auf 250 EUR erhöht (weiterhin 25 EUR/Transaktion ohne PIN, darüber mit PIN).

In der Praxis kommen dann leider einige Detailprobleme dazu: die Belastung des Giro-Kontos erfolgt 1-2 Wochen zeitverzögert. Aus Sicht von seqr macht das durchaus Sinn: weniger Buchungen = weniger Kosten.

Und erst nach 3 unwidersprochenen Buchungen geht seqr davon aus, dass der Kontoinhaber schon nichts gegen die seqr-Nutzung haben wird.

Für den neuen seqr-Nutzer ist diese Kombination aber ärgerlich: da hat man seinen ersten seqr-Einkauf für z.B. 22,08 EUR getätigt, kann die App aber in den nächsten 2 Wochen nur noch für ein Restlimit von 2,92 EUR einsetzen - also eben eher gar nicht. Erst etwa 2 Wochen später ist alles wieder ausgeglichen und man kann "wieder" für insgesamt 25 EUR Geld ausgeben. Erst, nachdem sich dieses Spielchen der seltenen Nutzung dreimal wiederholt hat (=4-6 Wochen Wartezeit), ist das Gesamt-Limit "groß genug", das man mehr als ein "zweiwöchentliches Taschengeld" ausgeben kann.

Als seqr-Kunde wird man somit nicht dazu gebracht, die App "möglichst oft" einzusetzen, sondern muss "warten".

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es da viele: seqr könnte z.B. in jedem Buchungstext bei "neuen" Accounts ein generiertes "Passwort" hinterlegen, das man in der App eingibt um zu bestätigen, dass einem dieses Konto "wirklich" gehört und man gern ein höheres Limit hätte.

Seit wenigen Wochen gibt es in der seqr-App alternativ zur Lastschrift auch ein per Kreditkarte aufladbares seqr-prepaid-Konto - dafür fallen allerdings Transaktionsgebühren an (z.B. 1,50 EUR für 75 EUR Guthaben).

Immerhin lassen sich Prepaid-Guthaben und SEPA-Limit kostenlos untereinander umbuchen.

Wer also den Komfort von "ich will nicht immer die Karte herauskramen" haben möchte, könnte die kontaktlose Kartenzahlung auf den seqr-prepaid-Account umstellen, einmalig etwas Geld aufladen und "für einen Monat" damit zahlen. Alle paar Wochen verschiebt man dann die 25 EUR vom SEPA-Limit auf den prepaid-Account, löst so im Hintergrund (hoffentlich) bei seqr eine neue Lastschrift aus und nach insgesamt 3 Lastschriften hat man das individuelle SEPA-Gesamtlimit auf 250 EUR erhöht (weiterhin 25 EUR/Zahlung ohne PIN). Sobald es soweit ist, bucht man das Restguthaben (kostenlos) vom prepaid-Account auf das SEPA-Limit um (was beim nächsten Zahlungslauf zu einer Gutschrift führen kann) und nimmt wieder das SEPA-Limit für Kartenzahlungen. Ab dem Moment kann man seqr endlich "normal" nutzen.

Parallel gibt es aber seit mindestens einem halben Jahr immer wieder Gerüchte, Seamless AB (der Inhaber von seqr) würde seqr mit seinem Produkt meawallet zusammenlegen oder seqr zugunsten von meawallet einstellen. Im seqr-Forum wird dies vom offiziellen Support sinngemäß mit "dazu können wir derzeit nichts dazu sagen" beantwortet.

Ja, es wäre schön, wenn comdirect eine kontaktlose Zahlung per App anbieten könnte. Dann spart man sich den Freischalt-Zirkus mit seqr. Oder comdirect baut eine gezielte Kooperation mit seqr, um diese Freischaltung für comdirect-Kunden möglichst schmerzfrei und sicher zu machen...

Alternativ bleibt durchaus die kontaktlose Zahlung per VISA-Kreditkarte - die man dann eben hervorkramen muss.

Soweit ich weiss, sind die Transaktionsgebühren EU-weit seit ein paar Jahren mehr oder weniger individuelle Verhandlungssache zwischen Händler und dem jeweiligen Systembetreiber und nur "nach oben" gedeckelt, für "Kreditkarten" wurde aber "traditionell" etwas "mehr" verlangt als für girocard-Zahlungen, auch die Deckelung für Debit- und Kreditkarten ist unterschiedlich. Ich vermute mal, dass für den Händler weder die virtuelle Mastercard von seqr noch die VISA-Karte die günstigsten Varianten sind.

Und da der Händler diese Gebühren letztlich auf die Warenpreise umlegt, sollte man als Kunde also eigentlich das "billigste" System einsetzen.